

Die Arktische See ist das weltweit wichtigste Fanggebiet für Kabeljau. Von hier kommt auch Fisch nach Europa. Doch auf dem Meeresboden lauern Gefahren. Versunkene Atom-U-Boote liegen hier, Tausende Metallkisten voller radioaktiver Abfälle, ganze Kernreaktoren, manche davon noch mit abgebrannten Brennelementen bestückt. Die russische Nordmeerflotte entsorgte ihre Nuklearabfälle im Eismeer in geringen Tiefen. Weitab von jeder kritischen Öffentlichkeit verschwand das strahlende Erbe des Atomzeitalters in den Fjorden zwischen Norwegen und Russland. Wahrscheinlich wurde nicht einmal alles verzeichnet, was bei den geheimen, militärischen Verklappungsaktionen auf den Grund der Arktischen See befördert wurde.
Internationale Wissenschaftlerteams versuchen inzwischen, die Versenkungsstellen zu orten und Karten zu erstellen. Am gefährlichsten sind wohl drei alte sowjetische Atom-U-Boote, die hier auf Grund liegen. Die Außenhüllen der U-Boote rosten erschreckend schnell. Unterwasseraufnahmen zeigen Risse in den Bordwänden. An vielen Stellen kann das aggressive Salzwasser in die Boote eindringen. Messungen zeigen: Schon seit langem entweicht Radioaktivität. Sollte Wasser in die heiße Zone der Reaktoren eindringen, so warnen russische Experten, könnte es zu einer nicht mehr kontrollierbaren Kettenreaktion kommen.
Russische Beamte haben in einem Bericht, der nicht zur Veröffentlichung bestimmt war, empfohlen, zwei der drei Atom-U-Boote zu bergen. Aber geht das überhaupt? Der Aufwand wäre enorm, die Aktion riskant. Wenn der Rumpf bricht, könnten die Reaktoren beschädigt werden. Doch bis heute liegt kein Auftrag der russischen Regierung für eine Bergung vor. Es bestehe "keine akute Gefahr", so die amtliche Sprachregelung. Doch interne russische Regierungsdokumente zeigen: In Wahrheit steht eine Umweltkatastrophe bevor.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 03.04.2018 um 21:45 Uhr auf arte.