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Geheimsache Doping (1/2)

Showdown für Russland
Donnerstag, 08.02.2018 20:45 Uhr
Phoenix
Donnerstag
08.02.2018
20:45 Uhr
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Es wäre ein Novum in der Sportgeschichte, dass Betrug im Sport so dramatische Konsequenzen hätte. In wenigen Tagen fällt der Internationale Leichtathletikverband IAAF in dieser Angelegenheit seine mit Spannung erwartete Entscheidung.
Ermittler wollten sich in den vergangenen Monaten ein Bild vom Reformwillen des russischen Sports vor Ort machen. Doch sie stießen im größten Land der Welt immer wieder auf Widerstände. Die bedeutende Sportnation mit ihren einflussreichen Sportfunktionären lässt sich nur ungern in die Karten schauen. Sie versucht aber mit aller Macht, in Rio dabei zu sein und dabei einflussreiche Lobbyisten des internationalen Sports auf ihre Seite zu ziehen. Die Sportgroßmacht Russland, auch Ausrichter der Fußball-WM 2018, steht kurz vor Olympia in Rio am Scheideweg. ARD/WDR-Dopingexperte Hajo Seppelt und sein Team haben wieder monatelang in Russland recherchiert. Der neue Film aus der Reihe "Geheimsache Doping" zeigt, ob die Aussagen Russlands, endlich sauberen Sport zu garantieren, glaubhaft sind - oder wird die Sportwelt weiter zum Narren gehalten?Die zwei vorangegangenen Dokus von Hajo Seppelt und seinem Team der ARD/WDR-Dopingredaktion hatten im November 2015 dazu geführt, dass die IAAF Russlands Leichtathleten auf unbestimmte Zeit von allen internationalen Wettkämpfen ausschloss. Russlands Sportführung gelobte daraufhin Besserung und versprach grundlegende Reformen. Lippenbekenntnisse, wie die neue Dokumentation beweist.
Gesperrte Trainer trainieren tief in der russischen Provinz weiter, als sei nichts geschehen. Andere Trainer erweisen sich als immer noch aktive Dopingmittel-Dealer. Und eine frisch gekürte Führungskraft der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA hat in der Vergangenheit Termine für Doping-Kontrollen mit Aktiven abgesprochen, wie der ARD/WDR-Dopingredaktion vorliegende Dokumente belegen.
"Wenn ein Offizieller absichtlich Athleten vorab über Dopingtests informiert, um das Kontrollsystem zu unterlaufen, müssen disziplinarische Konsequenzen folgen. Das muss untersucht werden, und eine Konsequenz wäre, dass diese Person gefeuert wird", zeigt sich Joseph de Pencier entsetzt über die Recherchen der ARD/WDR-Dopingredaktion. Der Vorsitzende der Internationalen Vereinigung der nationalen Anti-Doping-Organisationen (INADO) will Klarheit in Sachen Russland: "Wir sind sehr skeptisch. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand sollten die russischen Leichtathleten nicht zu den Olympischen Spielen 2016 zugelassen werden."
Auch Deutschlands oberster Leichtathletikfunktionär, Clemens Prokop, ist mit seiner Geduld wohl am Ende. "Offensichtlich hat sich die Situation, wie sie von der WADA-Kommission beanstandet worden ist, nicht substanziell geändert", sagt der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und redet Klartext: "Das kann nur bedeuten, dass die Voraussetzung für die Olympia-Teilnahme der russischen Leichtathleten nicht gegeben ist."

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 08.02.2018 um 20:45 Uhr auf Phoenix.