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Geheimsache Doping (1/2)

Showdown für Russland
Freitag, 09.02.2018 01:15 Uhr
Phoenix
Freitag
09.02.2018
01:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die bedeutende Sportnation mit ihren einflussreichen Sportfunktionären lässt sich nur ungern in die Karten schauen. Sie versucht aber mit aller Macht, in Rio dabei zu sein und dabei einflussreiche Lobbyisten des internationalen Sports auf ihre Seite zu ziehen. Die Sportgroßmacht Russland, auch Ausrichter der Fußball-WM 2018, steht kurz vor Olympia in Rio am Scheideweg.
ARD/WDR-Dopingexperte Hajo Seppelt und sein Team haben wieder monatelang in Russland recherchiert. Der neue Film aus der Reihe "Geheimsache Doping" zeigt, ob die Aussagen Russlands, endlich sauberen Sport zu garantieren, glaubhaft sind - oder wird die Sportwelt weiter zum Narren gehalten? Die zwei vorangegangenen Dokus von Hajo Seppelt und seinem Team der ARD/WDR-Dopingredaktion hatten im November 2015 dazu geführt, dass die IAAF Russlands Leichtathleten auf unbestimmte Zeit von allen internationalen Wettkämpfen ausschloss. Russlands Sportführung gelobte daraufhin Besserung und versprach grundlegende Reformen. Lippenbekenntnisse, wie die neue Dokumentation beweist.
Gesperrte Trainer trainieren tief in der russischen Provinz weiter, als sei nichts geschehen. Andere Trainer erweisen sich als immer noch aktive Dopingmittel-Dealer. Und eine frisch gekürte Führungskraft der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA hat in der Vergangenheit Termine für Dopingkontrollen mit Aktiven abgesprochen, wie der ARD/WDR-Dopingredaktion vorliegende Dokumente belegen.
"Wenn ein Offizieller absichtlich Athleten vorab über Dopingtests informiert, um das Kontrollsystem zu unterlaufen, müssen disziplinarische Konsequenzen folgen. Das muss untersucht werden, und eine Konsequenz wäre, dass diese Person gefeuert wird", zeigt sich Joseph de Pencier entsetzt über die Recherchen der ARD/WDR-Dopingredaktion. Der Vorsitzende der Internationalen Vereinigung der nationalen Anti-Doping-Organisationen (INADO) will Klarheit in Sachen Russland: "Wir sind sehr skeptisch. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand sollten die russischen Leichtathleten nicht zu den Olympischen Spielen 2016 zugelassen werden."
Auch Deutschlands oberster Leichtathletikfunktionär, Clemens Prokop, ist mit seiner Geduld wohl am Ende. "Offensichtlich hat sich die Situation, wie sie von der WADA-Kommission beanstandet worden ist, nicht substanziell geändert", sagt der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und redet Klartext: "Das kann nur bedeuten, dass die Voraussetzung für die Olympia-Teilnahme der russischen Leichtathleten nicht gegeben ist."

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 09.02.2018 um 01:15 Uhr auf Phoenix.