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Planet Ägypten

Sehnsucht nach Unsterblichkeit
Dienstag, 26.12.2017 17:45 Uhr
arte
Dienstag
26.12.2017
17:45 Uhr
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Bildquelle: Pressebild (ard2017)
Bildquelle: Pressebild (ard2017)

Die Kultur des Alten Ägyptens ist geprägt von Religion, Tempelwirtschaft und Totenkult. Zwei Pharaonen spielen in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle: Echnaton und Ramses II. Als Echnaton um 1.350 vor Christus den Thron besteigt, haben sich in Ägypten die religiösen Bräuche seit nahezu 2.000 Jahren kaum geändert. Die einflussreiche Priesterschaft ist hierarchisch organisiert, die Kulthandlungen in feste Rituale gegossen. Die Tempel bilden nicht nur spirituelle, sondern auch wirtschaftliche Zentren des Landes. Durch Schenkungen frommer Pharaonen sind sie so mächtig geworden, dass sie die Politik des Landes mitbestimmen. Kaum an der Macht, stürzt Echnaton die alten Götter und entmachtet die Priesterschaft. Nur noch der Sonnengott Aton soll verehrt werden. Für den einfachen Ägypter ist diese religiöse Revolution von oben eine Katastrophe. Durch das Verbot der Götter fehlt vielen Menschen der spirituelle Halt und durch die Schließung der Tempel die Lebensgrundlage, denn viele Menschen leben von der Arbeit für die Tempel. Echnaton steht für eine "Kulturrevolution" in der ägyptischen Geschichte. Doch seinem Wirken ist keine Dauer beschieden. Als er stirbt, findet auch seine neue Religion ein schnelles Ende. Die Sonnentempel des Aton werden zerstört, Echnatons Andenken nahezu ausradiert. Niemand verkörpert die Rückkehr zur althergebrachten Ordnung besser als Ramses II. Ihm gelingt der erste Friedensvertrag nach jahrzehntelangem Krieg mit den Hethitern. Das beschert den Ägyptern fast ein halbes Jahrhundert Stabilität. Der Pharao verfügt ein gigantisches Tempelbauprogramm und pflegt den Kult der vielen Götter. Der Bau seines eigenen Grabes im Tal der Könige ist ihm besonders wichtig. Ramses II. geht als einer der größten Erbauer von Grabdenkmälern in die ägyptische Geschichte ein. Wie entstanden bei den Ägyptern ihre besonderen Vorstellungen vom Leben nach dem Tod? Warum investierten sie einen Großteil ihres Reichtums und ihrer Zeit in Gräberbau und Grabausstattung? Ausgrabungen auf dem ältesten Königsfriedhof Ägyptens in Abydos, die Arbeit von Archäologen im Tal der Könige, Mumifizierungsexperimente, ja selbst einfache Naturbeobachtungen liefern die Schlüssel zur Antwort. Das Leben von Ramses II. zeigt, dass der Totenkult die ägyptische Gesellschaft zusammenhielt. Er war Wirtschaftsfaktor und emotionales Band. Und ursprünglich war er ein Kult des Lebens. Denn für die Ägypter war ihr Leben an den Ufern des Nils bereits das Paradies auf Erden. Von der Zeit der ersten Königsgräber bis zum Ende der pharaonischen Geschichte waren sie vereint durch ein Interesse: das Leben, das sie im Diesseits führten, in der Ewigkeit fortzusetzen.
Regie: Stephan Koester, Daniel Gerlach

Thementag: Ägypten

Die Ära des alten Ägypten war eine wichtige Inspirationsquelle der Hollywoodfilme der 50er und 60er Jahre. Zu Weihnachten präsentiert ARTE im Rahmen des "Thementags Ägypten" zwei fesselnde amerikanische Monumentalfilme: "Sinuhe der Ägypter" von Michael Curtiz und "Land der Pharaonen" von Howard Hawks. Außerdem werden im Laufe des Tages mehrere Dokumentarfilme über die reiche Geschichte und die einzigartigen Kulturschätze Ägyptens ausgestrahlt - wie "Planet Ägypten", "Ägyptens versunkene Hafenstadt" und "Mit dem Zug durchs … Nildelta".

"Sinuhe der Ägypter" erzählt die Lebensgeschichte des ägyptischen Arztes Sinuhe. Als alter Mann lebt Sinuhe allein und verlassen im Exil und erinnert sich an sein vergangenes Leben. Sein Schicksal trieb ihn durch Höhen und Tiefen, durch Armut und Not zu Reichtum und Macht. Ein spannendes Abenteuer im vorchristlichen Orient nach dem gleichnamigen Bestseller des finnischen Schriftstellers Mika Waltari. In "Land der Pharaonen" steht der von Gold und Reichtum besessene Pharao Cheops im Mittelpunkt. Dieser wünscht sich, am Tag seines Todes mit seinem Schatz begraben zu werden. Große Sorge bereitet ihm die Tatsache, dass bis jetzt jede Pyramide, so schwierig es auch ist hineinzukommen, von Räubern geplündert worden ist. Er beauftragt den Architekten Vashtar, ihm ein prachtvolles und absolut sicheres Grab zu errichten - eine wunderbare Reise in das Reich der Pyramiden. Außerdem wirft die Dokumentation "Der Schreiber im alten Ägypten" einen Blick auf die ägyptische Zeichenkunst und analysiert deren Bedeutung. Die zweiteilige Dokumentation "Planet Ägypten" taucht in die Geschichte des Landes ein: Sie erzählt von der Gründung des riesigen Reiches, von der Vereinigung von Ober- und Unterägypten als erstem Territorialstaat der Geschichte. Der zweite Teil stellt Religion, Tempelwirtschaft und Totenkult in den Mittelpunkt und betrachtet die Zeit der Herrschaft von Echnaton und Ramses II. "Ägyptens versunkene Hafenstadt" folgt dem französischen Meeresarchäologen Franck Goddio mit atemberaubenden Unterwasseraufnahmen bei seiner Spurensuche nach einer vergessenen Metropole: der versunkenen Hafenstadt Herakleion im Mündungsdelta des Nils. Ägypten ist bekannt für seine Altertümer. Doch kaum jemand weiß, dass in dem nordostafrikanischen Land auch die älteste Eisenbahnstrecke des Kontinents verkehrt. Sie wurde 1854 eröffnet. "Mit dem Zug durchs … Nildelta" unternimmt eine Erkundungstour per Bahn jenseits der bekannten Tourismus-Hochburgen des Landes.






Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.12.2017 um 17:45 Uhr auf arte.

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Dokumentation/Reportage, Alte Geschichte, Alte Kulturen, Ägypten