

Bei Grabungen und auf Expeditionen suchen Wissenschaftler nach dem Erfolgsgeheimnis der altägyptischen Zivilisation. Aufsehenerregende archäologische Funde zeigen, dass die ägyptische Kultur das Produkt einer jahrhundertelangen Entwicklung in einer besonderen topographischen Lage war. In einer großen Schlacht unterwirft König Narmer um 3.000 vor Christus den Norden des Landes und führt Ober- und Unterägypten zusammen - der letzte Schritt zu einem geeinten Staat. Doch entscheidender für die Geburt des Pharaonenreiches war die Herausbildung einer funktionierenden Infrastruktur durch Narmer und seine Vorgänger.
Sie förderten die Entwicklung einer Bildungselite, organisierten die Wasserversorgung und gewährleisteten so die Ernte. Sie ließen Städte bauen und konstruierten Boote, um den Nil zu befahren. Doch die ägyptische Geschichte verläuft nicht ohne Tiefen. Nahezu eineinhalb Jahrtausende nach dieser ersten Blüte beginnen unruhige Zeiten. Das Land muss sich immer häufiger gegen äußere Feinde verteidigen. Zeitweise beherrschen sogar Fremde das Land. Sie sind noch nicht lange vertrieben, als Thutmosis III. den Thron besteigt. Er will sein geeintes und friedliches Reich für immer bewahren. Beflügelt von dieser Vision, wird er zum größten Feldherren der ägyptischen Geschichte. An zwei Fronten muss er seine Heimat verteidigen: im Süden gegen die Nubier und im Nordosten gegen den Staat Mitanni und die von ihm abhängigen Fürsten Palästinas und Syriens. Thutmosis III. setzt auf die neue, von den Feinden übernommene Waffentechnik, befiehlt ein stehendes Heer und stärkt die Grenzfestungen.
Besondere Bedeutung kommt seinen Kriegen in Palästina zu. Dort entsteht eine Pufferzone. Sie schützt den Norden Ägyptens vor den Einfällen feindseliger Völker aus Vorderasien. Doch trotz vieler Siege verfolgt Thutmosis III. keine Politik der Eroberung. Er zieht sich immer wieder in sein Reich zurück. Diese Strategie übernehmen auch seine Nachfolger. "Vorwärtsverteidigung statt Expansionspolitik" lautet die Devise. Immer konzentrieren sich die Ägypter auf ihre Flussoase entlang des Nils. Gerade dies ist ein wichtiger Grund für die Langlebigkeit der ägyptischen Zivilisation: die Fähigkeit, maßzuhalten.
Regie: Stephan Koester, Daniel Gerlach, David Lee
Mit Reenactments und Computeranimationen lässt der zweiteilige Dokumentarfilm die längst vergangenen Lebenswelten des Alten Ägyptens wieder erstehen. Der filmische Streifzug markiert die wichtigsten Momente dieser Geschichte: die Reichsgründung unter König Narmer, die Streitwagenschlachten von Thutmosis III., die religiöse Revolution des Echnaton und die gigantischen Bauten von Ramses II.
Thementag: Ägypten
Die Ära des alten Ägypten war eine wichtige Inspirationsquelle der Hollywoodfilme der 50er und 60er Jahre. Zu Weihnachten präsentiert ARTE im Rahmen des "Thementags Ägypten" zwei fesselnde amerikanische Monumentalfilme: "Sinuhe der Ägypter" von Michael Curtiz und "Land der Pharaonen" von Howard Hawks. Außerdem werden im Laufe des Tages mehrere Dokumentarfilme über die reiche Geschichte und die einzigartigen Kulturschätze Ägyptens ausgestrahlt - wie "Planet Ägypten", "Ägyptens versunkene Hafenstadt" und "Mit dem Zug durchs … Nildelta".
"Sinuhe der Ägypter" erzählt die Lebensgeschichte des ägyptischen Arztes Sinuhe. Als alter Mann lebt Sinuhe allein und verlassen im Exil und erinnert sich an sein vergangenes Leben. Sein Schicksal trieb ihn durch Höhen und Tiefen, durch Armut und Not zu Reichtum und Macht. Ein spannendes Abenteuer im vorchristlichen Orient nach dem gleichnamigen Bestseller des finnischen Schriftstellers Mika Waltari. In "Land der Pharaonen" steht der von Gold und Reichtum besessene Pharao Cheops im Mittelpunkt. Dieser wünscht sich, am Tag seines Todes mit seinem Schatz begraben zu werden. Große Sorge bereitet ihm die Tatsache, dass bis jetzt jede Pyramide, so schwierig es auch ist hineinzukommen, von Räubern geplündert worden ist. Er beauftragt den Architekten Vashtar, ihm ein prachtvolles und absolut sicheres Grab zu errichten - eine wunderbare Reise in das Reich der Pyramiden. Außerdem wirft die Dokumentation "Der Schreiber im alten Ägypten" einen Blick auf die ägyptische Zeichenkunst und analysiert deren Bedeutung. Die zweiteilige Dokumentation "Planet Ägypten" taucht in die Geschichte des Landes ein: Sie erzählt von der Gründung des riesigen Reiches, von der Vereinigung von Ober- und Unterägypten als erstem Territorialstaat der Geschichte. Der zweite Teil stellt Religion, Tempelwirtschaft und Totenkult in den Mittelpunkt und betrachtet die Zeit der Herrschaft von Echnaton und Ramses II. "Ägyptens versunkene Hafenstadt" folgt dem französischen Meeresarchäologen Franck Goddio mit atemberaubenden Unterwasseraufnahmen bei seiner Spurensuche nach einer vergessenen Metropole: der versunkenen Hafenstadt Herakleion im Mündungsdelta des Nils. Ägypten ist bekannt für seine Altertümer. Doch kaum jemand weiß, dass in dem nordostafrikanischen Land auch die älteste Eisenbahnstrecke des Kontinents verkehrt. Sie wurde 1854 eröffnet. "Mit dem Zug durchs … Nildelta" unternimmt eine Erkundungstour per Bahn jenseits der bekannten Tourismus-Hochburgen des Landes.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 26.12.2017 um 16:10 Uhr auf arte.