Ukraine-Krieg erschüttert Deutschland

Währenddessen machen sich viele Deutsche Sorgen. Wie wird sich der Krieg weiterentwickeln? Welche Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft stehen uns noch bevor? Dennoch steht im Moment für viele vor allem eines im Vordergrund: der Wunsch zu helfen. "Ich glaube, es geht ganz vielen so, dass man einfach keine Worte dafür hat, weil es nichts ist, womit man gerechnet hat", sagt Katharina Breinbauer aus Bamberg. Statt in Schockstarre zu verfallen, wird die 25-jährige Frau, die eigentlich als Vorständin das Bamberger Kurzfilmfestival managt, aktiv: An Tag eins des russischen Einmarschs in die Ukraine ruft sie via Instagram zusammen mit zwei Freundinnen zu Sachspenden auf. An Tag zwei mietet sie mit Freundinnen eine Lagerhalle in Bamberg an und an Tag drei startet bereits der erste LKW in Richtung ukrainische Grenze. "Bamberg hilft Ukraine" zählt binnen kürzester Zeit schon mehr als 3000 Follower. Und wenn Katharina ruft, helfen sie: "Wir hatten im LKW nicht mehr genügend Paletten, dann haben wir einen Aufruf gemacht und am nächsten Tag haben Leute Paletten gebracht, jetzt haben wir wieder genügend und können weiterarbeiten." Besorgt um seine beiden ukrainischen Mitarbeiterinnen hat Hotel-Betreiber Andreas Eggensberger aus Füssen spontan einen Rettungsplan in die Tat umgesetzt: Kurzerhand hat Andreas eine Ferienwohnung gleich neben seinem Ferienhotel angemietet und den beiden Mitarbeiterinnen Taissiia und Anastasiia geholfen, deren Familien mitsamt deren Haustieren aus dem ukrainischen Kriegsgebiet nach Füssen im Allgäu zu holen. Dann beginnt eine bange Zeit des Wartens und Hoffens: Werden es die beiden Familien rechtzeitig aus dem Kriegsgebiet raus schaffen? Nach langen vier Tagen und einer dramatischen Flucht können sich die Familien endlich wieder in die Arme schließen. Die jungen Frauen wollten die Wohnung eigentlich bezahlen, aber Hotelbetreiber Andreas Eggensberger lässt das nicht zu: "Die beiden jungen Frauen werden ihr Erspartes möglicherweise noch brauchen, weil ja keiner weiß, wie lang der Krieg in der Ukraine noch dauern wird." Die Sorge um langen Krieg treibt auch "Claas Landmaschinen" aus Harsewinkel (Kreis Gütersloh) um. Der Familienbetrieb aus Ostwestfalen steht zwischen den Fronten, weil sie sowohl für Russland, als auch für die Ukraine Mähdrescher und Traktoren produzieren. Im russischen Krasnodar steht sogar ein eigenes Werk, das nur für den russischen Markt Mähdrescher baut. Die Ukraine, die "Kornkammer Europas", ist ebenfalls ein wichtiger Absatzmarkt und in beiden jetzt verfeindeten Ländern arbeiten Mitarbeiter von "Claas", die sich um Kunden vor Ort kümmern. Wolfram Eberhardts Telefon steht seit Beginn des Krieges nicht mehr still. Der Leiter der Unternehmenskommunikation muss die Evakuierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Ukraine organisieren, Fragen besorgter Kunden beantworten und Krisengespräche führen. Am Ort sorgt man sich auch um die Arbeitsplätze, denn "Claas" ist der größte Arbeitgeber mit 2.300 Mitarbeitern alleine in Harsewinkel. Die ZDF.reportage begleitet engagierte Menschen, die auf unterschiedlichste Art und Weise versuchen, den Geflüchteten aus der Ukraine zu helfen. Sei es, mit Sachspenden, die sie bis an die ukrainische Grenze bringen oder mit einem Dach überm Kopf für diejenigen, die es schon bis nach Deutschland geschafft haben.


Dieser Film wird am 14.03.2023 um 04:55Uhr depubliziert!
Herkunft: ZDF-Mediathek
Sender: ZDF
Depublizierung: 14.03.2023 04:55Uhr
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