

Die Serengeti ist Schauplatz der größten Tiermigration der Welt. Abertausende Gnus und Zebras durchwandern sie auf der Suche nach Wasser und Nahrung. Seit Jahrmillionen. Als 1958 Bernhard Grzimek, damals Zoodirektor in Frankfurt am Main, und sein Sohn Michael nach Tansania kamen, waren sie überwältigt von der Schönheit dieser baumarmen Savanne. Ihr Film "Serengeti darf nicht sterben" mit dem dringlichen Appell, sie zu bewahren, machte die Serengeti weltweit zu einem Symbol für den Naturschutz.
Auch Grzimek war damals der Auffassung, Naturschutz sei nur dort möglich, wo keine Menschen leben. "Ohne unsere Vorfahren und ohne uns gäbe es die wilden Tiere überhaupt nicht", hält Massai-Führer Lomayani Ole Pose entgegen. "Die Serengeti liebt die Massai und ihr Vieh", fügt Kissale Ole Serupe hinzu. "Aber wir wurden von dort vertrieben."
Seit über einem Jahrhundert ziehen Tansanias Savannen Reisende aus Europa und Übersee an. Anfangs kamen sie zur Großwildjagd, heute vermehrt zur Fotosafari. Der Tourismus hat sich zum wichtigsten Devisenbringer des armen Landes entwickelt. Doch die Einheimischen profitieren selten von den Einnahmen aus diesem Geschäft. Im Gegenteil: Viele sind jetzt ärmer als in der Vergangenheit. Sie leben abgeschoben am Rande der riesigen Tierreservate ohne Rechte und ohne einflussreiche Fürsprecher.
'Serengeti - Kein Platz für Menschen?' ist ein engagierter und emotionaler Film über Naturschutz in Afrika: seine Geschichte, seine Visionäre, seine Profiteure und seine Opfer. Mehr als 20 Kenner der Problematik kommen zu Wort: Fachleute und Wissenschaftler, Politiker, Direktoren von NGO's, Anwälte, Menschenrechtler, Jäger, Manager von Lodges, Lehrer und Führer der Massai.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 29.07.2017 um 13:15 Uhr auf MDR.