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DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND (4/10)

14. Jahrhundert: Straubing
Samstag, 29.07.2017 20:15 Uhr
ARD alpha
Samstag
29.07.2017
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Es ist eine Zeit des Umbruchs. Die Verwaltung wächst. Alle Liegenschaften und Abgaben hält man in Akten fest, Schulden können nachgeprüft und eingetrieben werden. Die Zunahme des Schriftverkehrs hat einen Grund: Da Albrecht I. seit 1353 auch Herzog der Grafschaft Holland ist und überwiegend in Den Haag residiert, richtet er einen Kurierdienst zwischen Straubing und Den Haag ein. Das Straubinger Land am Fuße des Bayerischen Waldes ist äußerst fruchtbar, vor allem Korn ernährt das Land und wird als Exportgut die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Öffentliche Ereignisse werden im Gasthaus diskutiert, dort werden Geschäfte abgeschlossen, man isst, trinkt oder spielt zusammen, Durchreisende können hier übernachten.
"Das große Sterben", wie die Zeitgenossen die Seuchen und Epidemien des 14. Jahrhunderts unterschiedslos nennen, ändert das Lebensgefühl und das gesellschaftliche Leben von Grund auf. Die Einen suchen ihr Heil in Beten, Fasten und Selbstkasteiung als Schutz vor dem Zorn Gottes, die Anderen versuchen in exaltierter Lebensgier ihrer Angst vor dem Tod zu entkommen. Mit dem Ende der dunklen Zeit ändert sich auch die Mode: Die Stoffe werden edler, die Farben vielfältiger, die Accessoires ausgefallener. Ein optisches Zeichen für zurückgewonnene Lebensfreude und Ausdruck einer neuen Zeit. Nach dem Tod des letzten männlichen Straubinger Wittelsbachers Johann III. wird Bayern wieder einmal aufgeteilt. An der Bedeutung Straubings als Verwaltungs- und Handelszentrum im Nordosten des Herzogtums Baiern ändert das allerdings nichts.
Das "Bayerische Jahrtausend" erzählt die Geschichte des Landes nicht aus dynastischer Perspektive, sondern stellt Prozesse, Impulse, Zäsuren und Sprünge in den Vordergrund. Diese werden dokumentarisch und szenisch jeweils an einem Ort dargestellt, der exemplarisch für sie und für ein Jahrhundert steht.
Alle wesentlichen Phasen und Phänomene der europäischen Geschichte finden sich auch in Bayern wieder. Bisweilen gehen sie von hier aus, manchmal erreichen sie Bayern mit Verzögerung, manchmal ertönen sie nur als Echo. Zehn Jahrhunderte, zehn Paradigmen und zehn bayerische Städte stehen im Zentrum der Sendereihe.
DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND. Zehn Filme charakterisieren die historischen Marksteine vom frühen Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, die prägend waren für die Entwicklung des Freistaats in seiner heutigen Form.
Mit dieser dreifachen Fokussierung soll anschaulich gemacht werden, was den jeweiligen Ort in der Epoche besonders auszeichnet. Die 45-minütigen Folgen schildern, woher die Tradition und das Selbstverständnis einer Stadt oder einer Region rühren und worin die Bedeutung ihres damit verbundenen Beitrags für eine allgemeine Geschichte besteht.
Die Sendereihe stellt die über ein Jahrtausend hindurch in der Mitte Europas historisch wirksamen Kräfte vor und spürt den Ursachen, Prozessen und Wirkungen dieser Kräfte auf dem Gebiet des heutigen Bayern nach. Verbreitet ist ein monolithisches, dynastisch motiviertes, altbayerisches Geschichtsbild von Bayern. Dem setzt die Sendereihe DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND ein aus unterschiedlichen Traditionslinien herrührendes, mitunter widersprüchliches, offenes Geschichtsverständnis entgegen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 29.07.2017 um 20:15 Uhr auf ARD alpha.