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Jammer-Ossi und Besser-Wessi (1/2)

Die Geschichte eines Klischees
Sonntag, 23.07.2017 20:15 Uhr
tagesschau24
Sonntag
23.07.2017
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Zwei Begriffe waren nach der Wiedervereinigung mit Klischees behaftet wie kaum andere: der "Ossi" und der "Wessi". Sie standen für ein historisch einmaliges Ereignis, aber auch für Identität, Ressentiments, Heimat. Irgendwann mit dem Beitritt der DDR zum Bundesgebiet war klar, dass es keine Vereinigung auf Augenhöhe sein würde. Nicht nur die D-Mark und die Marktwirtschaft kamen aus der Bundesrepublik, auch völlig neue Einstellungen und Werte bestimmten von nun an auch das Leben in der ehemaligen DDR. Der ersten Euphorie folgte teils auch Ernüchterung. Die Begriffe "Ossi" und "Wessi" spiegeln die wechselseitigen Vorurteile von damals wieder.
Der "Ossi" war Inbegriff des schlecht gekleideten, jammernden Zonenbewohners. Der "Wessi" hingegen wurde zum Synonym für den arroganten Aufschneider, und es gab ihn sogar in der Steigerungsform des "Besserwessi". Dagegen stand der "Jammerossi".
In den 90er-Jahren boomen "Ossi" und "Wessi"-Witze. Die Stimmung im Land ist aufgeheizt, vieles ist neu. Kabarett und Comedy nehmen die deutsch-deutschen Beziehungen aufs Korn. Und genau in diese Zeit passt eine TV-Serie. Friedhelm "Motzki", ein nörgelnder, ewig zu kurz gekommener Frührentner im vereinten Berlin hält alle Ossis für "Verschwender und Schmarotzer". Für viele spricht er aus, wie West- über Ostdeutsche denken. Doch bereits zum Ende der 90er-Jahre beginnt das neue Selbstbewusstsein der Ostdeutschen, Ostalgiepartys sind gut besucht und auch viele ehemals Ostdeutsche haben ihren Platz im vereinten Deutschland gefunden.
Film von Stefan Hoge
Thema: Ossis-Wessis, was ist dran an den Klischees?

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 23.07.2017 um 20:15 Uhr auf tagesschau24.