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Agrokalypse

Der Tag, an dem das Gensoja kam
Freitag, 07.07.2017 02:45 Uhr
Phoenix
Freitag
07.07.2017
02:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die Urwaldlandschaft Brasiliens ist Schauplatz einer vom Mensch gemachten Tragödie. Dieses einzigartige, für uns alle lebenswichtige Ökosystem, wird Tag für Tag durch Sojafarmer zerstört. Brasilien ist einer der größten Sojaproduzenten der Welt. Die brasilianischen Farmer setzen dabei fast ausschließlich auf gentechnisch verändertes Saatgut. In Kombination mit den "dazugehörigen" Spritz- und Düngemitteln ist es ein Milliardengeschäft. Vor allem kapitalkräftige, ausländische Großkonzerne sind verantwortlich für den täglichen Raubbau und die Vertreibung der dort lebenden Menschen und Tiere - ADM, Bunge, Cargill, Syngenta und Monsanto - sie alle wollen in Brasilien kräftig mitverdienen.
Riesige Flächen tropischer Wälder werden jedes Jahr abgeholzt - oftmals illegal. Bis zu 12 kg Soja oder Getreide muss man verfüttern, um daraus 1 kg Fleisch zu gewinnen. Und um den weltweit steigenden Fleischkonsum zu decken, wird dementsprechend immer mehr Futtermittel, meist Gensoja, angebaut. Aber was für Konsequenzen hat dieser rasant wachsende Agrarsektor und der enorme Fleischkonsum der westlichen Welt? Dort wo heute das Futter für unser tägliches Steak wächst, ist das Volk der Guarani-Kaiowá seit jeher zuhause.
Ein einst unberührter Urwald bot ihnen alles, was sie zum Leben brauchten. Heute hingegen finden sich dort unendliche Sojafelder und ausgelaugte Agrarwüsten. Dazwischen leben die Guaraní-Kaiowá als Vertriebene, in staatlichen Reservaten und provisorisch errichteten Elendsvierteln.
Der Dokumentarfilm "AGROkalypse - der Tag, an dem das Gensoja kam" verfolgt den Weg der brasilianischen Sojabohne bis zu ihrem Ende als Tierfutter. In sehr persönlichen Porträts wird gezeigt, wie dabei die Ureinwohner Brasiliens von ihrem Land vertrieben werden, damit es immer mehr Anbauflächen gibt.
An den Rand gedrängt und ihrer Kultur weitgehend beraubt, versuchen sie ein letztes Stück Identität zu bewahren. Porträtiert wird außerdem das Engagement des Tofu-Pioniers Wolfgang Heck. Wie beides miteinander in Verbindung steht und welche Rolle dabei ein 75-jähriger Franziskaner spielt, wird nach und nach aufgelöst.
Film von Marco Keller

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 07.07.2017 um 02:45 Uhr auf Phoenix.