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Damals nach dem Krieg (3/4)

Schatten der Vergangenheit
Mittwoch, 05.07.2017 18:30 Uhr
Phoenix
Mittwoch
05.07.2017
18:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die Vergangenheit ist in der Nachkriegszeit überall gegenwärtig. Im Nürnberger Prozess und den Nachfolgeprozessen werden die Hauptschuldigen verurteilt. Aber was ist mit den Millionen, die mitgelaufen sind? Wer ist schuldig und wer nicht?
Rolf Abrahamson kehrt nach dem Krieg in seine Heimatstadt Marl zurück. Er ist Jude, hat als Einziger in seiner Familie das KZ überlebt und führt nun das Textilgeschäft der Eltern weiter. Eines Tages nimmt er einen Anhalter mit, der Mann hat ein Bein im Krieg verloren. Beide kommen ins Gespräch. Schnell stellt Abrahamson fest, dass der Mann dabei war, als der Mob 1938 das Haus seiner Eltern anzündete und seinen Vater fast totschlug. Die Vergangenheit ist in der Nachkriegszeit überall gegenwärtig. Im Nürnberger Prozess und den Nachfolgeprozessen werden die Hauptschuldigen verurteilt. Aber was ist mit den Millionen, die mitgelaufen sind? Wer ist schuldig und wer nicht?
Rolf Abrahamson kehrt nach dem Krieg in seine Heimatstadt Marl zurück. Er ist Jude, hat als Einziger in seiner Familie das KZ überlebt und führt nun das Textilgeschäft der Eltern weiter. Eines Tages nimmt er einen Anhalter mit, der Mann hat ein Bein im Krieg verloren. Beide kommen ins Gespräch. Schnell stellt Abrahamson fest, dass der Mann dabei war, als der Mob 1938 das Haus seiner Eltern anzündete und seinen Vater fast totschlug. Abrahamson wirft ihn aus dem Auto und sagt ganz ruhig: "Schade, dass sie dir nicht auch noch das andere Bein weggeschossen haben."
Die Westmächte verteilen Fragebögen, in denen jeder Deutsche angeben muss, was er vor 1945 getan hat. Doch das Verfahren bleibt stecken, weil es zu bürokratisch ist. Und viele Deutsche waschen sich durch Persilscheine rein. Ernst Heller war als ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS interniert. Nach seiner Freilassung bewirbt er sich um einen Job bei einer Kohlenhandlung. Er wird vom Fleck weg angestellt. Und Heller weiß auch warum: "Die SS wurde als gute und verlässliche Truppe angesehen und die Leute waren noch begeistert von ihr." Sein neuer Arbeitgeber hatte ihn an der umgenähten Uniformjacke erkannt. Radikaler geht es in der sowjetischen Besatzungszone zu. Manchmal genügt eine Denunziation, um für Jahre in einem sowjetischen Lager zu verschwinden. Das ist auch das Schicksal von Rudi Peine. Die Erlebnisse dort traumatisieren ihn tief. Ein Erschießungskommando zwingt ihn, sein eigenes Grab zu schaufeln. Nur durch einen Zufall entkommt er der Hinrichtung. Zurück zu Hause dauert es Jahre, bis er wieder ein normales Leben führen kann.
Film von Mathias Haentjes und Karsten Laske
Die Schatten der Vergangenheit sind lang - damals nach dem Krieg.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 05.07.2017 um 18:30 Uhr auf Phoenix.