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Besuch beim baltischen Tiger

Estland auf dem Weg in die Zukunft
Donnerstag, 29.06.2017 06:00 Uhr
Phoenix
Donnerstag
29.06.2017
06:00 Uhr
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Etwa 30 Prozent der Einwohner Estlands gehören zum russischsprachigen Teil der Bevölkerung. Während der Sowjetzeit sind viele Russen gekommen. In Narva, direkt an der Grenze zu Russland, kann man das Erbe noch immer besonders gut bestaunen. Die Stadt musste in den vergangenen Jahren einen dramatischen Strukturwandel verkraften. Das ehemalige Bekleidungskombinat "Kreenholm" wurde privatisiert, an mehrere Investoren aus dem Westen verkauft und schließlich geschlossen.
Damit fiel der wichtigste Arbeitgeber der drittgrößten Stadt Estlands aus, viele der ehemaligen Arbeitnehmer sind immer noch ohne Job und auch ohne Perspektive. Durch die EU-Sanktionen gegen Russland ist auch der Handel eingeschränkt worden. Auf unserer Reise durch Estland besuchen wir Narva, wo sich viele Menschen von der Regierung in der Hauptstadt Tallinn vergessen fühlen. Tallinn wiederum ist das Zentrum des Landes. Das gilt für Politik, Wirtschaft und Kultur. Demnächst werden hier die EU-Ratstreffen stattfinden. Vor allem rund um die historische Innenstadt hat sich in den vergangenen Jahren eine sehr kreative Szene von Jungunternehmern und Start-Ups gegründet.
Zigtausende haben das Land seit der Unabhängigkeit verlassen, um vor allem im europäischen Ausland bessere berufliche Chancen wahrzunehmen. Inzwischen kommen aber immer mehr wieder zurück und entdecken die heimischen Traditionen neu. Die Rauchsauna gehört zu diesen Traditionen. Der Rauch soll die Seele und vor allem die Haut noch einmal besonders entspannen. Wir besuchen eine typisch estnische Rauchsauna. Zu den estnischen Traditionen gehören auch die semi-professionellen Hilfssoldatenverbände, die "Kaiziliit". Freiwillige, die regelmäßig an den Wochenenden üben und die kleine estnische Berufsarmee im Ernstfall unterstützen sollen. Nach den Ereignissen rund um die Ukraine fühlen sich viele Esten vom russischen Nachbarn bedroht und viele bewerben sich, um bei den Freiwilligen-Einheiten mitmachen zu können.
Für ein halbes Jahr rückt das kleine Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern in den Fokus der europäischen Politik. Welche politischen Akzente können die Esten setzen, welche Signale in diesen schwierigen Zeiten können die Esten nach Europa senden? Auf unserer Reise sprechen wir mit den Menschen über ihr Verständnis von Europa, was sie erwarten und was sie sich wünschen.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 29.06.2017 um 06:00 Uhr auf Phoenix.