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Bauer Björns Traum von den glücklichen Hühnern

Eine Reportage von Anette Ende
Samstag, 08.07.2017 08:35 Uhr
HR
Samstag
08.07.2017
08:35 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Scharren, picken und ein Staubbad nehmen - so sieht der Traum von Bauer Björn Müller-Braune aus. Ein richtiges Ökoleben soll es werden für 12.000 Biohühner. Und dafür traut er sich was. Mit einer Millioneneninvestition und hohen Krediten von der Bank fängt der Landwirt aus Lelbach in Waldeck-Frankenberg dieses Abenteuer ganz neu an. Bio ist im Trend, auch Bioeier sind am Markt gefragt. Doch schon beim Stallbau darf nichts schiefgehen. Drei Monate Zeit hat er, dann muss der Stall stehen und die Bio-Eier -Produktion beginnen. Denn die Kredite laufen bereits, kosten Zinsen, auch Verträge mit Eier-Händlern sind schon gemacht. Jetzt kommt es darauf an, den Stall rechtzeitig fertig zu stellen, damit die ersten 6.000 jungen Bio-Hennen geliefert werden können. Bis die Eier legen, dauert es noch einmal ein paar Wochen. Erst dann fließt Geld in die Hofkasse. Es ist also höchste Eile geboten. Volieren mit Sitzstangen und ruhigen Nistplätzen muss er bauen, Futterketten und Eierbänder in den Hallen installieren. Strom muss her, und die Futtersilos müssen aufgestellt werden. Die Bio-Richtlinien sind streng. Klappt alles bis zum Einzug der Tiere? Oder verzögert sich gar die Lieferung der Hühner? Dann müsste Björn Müller-Braune die schon zugesagten Eierlieferungen absagen. Er muss teure Kredite bedienen, es darf einfach nichts schief gehen. Draußen sollen die Hühner 70.000 Quadratmeter Auslauf haben. Vor Fuchs und Wildschweinen soll sie ein Riesenzaun schützen. Doch wie bauen, wenn der Boden hart gefroren ist? Immer wieder Hindernisse. Zu allem Zeitdruck droht die Vogelgrippe auch in die Region bei Korbach zu kommen. Dann könnte es besonders ungemütlich werden für das Hühnerprojekt. Zum Start nämlich ist Bauer Björn auf Biohühner eines Züchters aus Westfalen angewiesen, 12.000 Junghennen sind fest bestellt. Was aber, wenn Geflügel wegen der Seuche gar nicht transportiert werden darf? Bloß nicht noch den Virus auf den Hof einschleppen. Dann würde es nichts mit dem geplanten Produktionsstart. Und einige Wochen Verzögerung könnten wirtschaftliche Probleme bedeuten, noch bevor es richtig losging. Bei aller Hektik auf der Baustelle muss auch die normale Hofarbeit weitergehen. Bald steht die Aussaat für's Frühjahr an, die Maschinen müssen vorbereitet werden. Die Herde robuster Galloway-Rinder muss der Bauer nebenbei versorgen, denn ihr Fleisch wird in Bio-Qualität direkt an Kunden verkauft. Ein lohnendes Standbein, das Fleisch liefert Björn Müller-Braune persönlich aus. Die Selbstvermarktung bringt mehr, als wenn er die Tiere an den Viehhandel verkaufen würde. Jedes Kalb, das zur Welt kommt, ist deshalb wertvoll, da muss der Landwirt auch schon mal Geburtshilfe leisten.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 08.07.2017 um 08:35 Uhr auf HR.