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Re: Aufbruch statt Angst

Homo-Liebe im strengen Albanien
Donnerstag, 06.07.2017 19:40 Uhr
arte
Donnerstag
06.07.2017
19:40 Uhr
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"Hier würden wir gerne durchfahren, aber das ist zu gefährlich", meinen Kristi Pinderi (28) und Xheni Karaj (26) und zeigen auf ein Zelt, das seit Wochen den Hauptboulevard von Tirana besetzt. Im und um das Zelt versammeln sich die Konservativen mit lauten Parolen gegen Europa und seine Werte. "Sie hassen auch uns Homosexuelle", sagt Kristi, Leiter der "Pro LGBT", Albaniens Organisation für Schwule, Lesben und Transgender. Er, Xeni und ihre MitstreiterInnen planen zum fünften Mal den "bikeride for pride" - eine Fahrrad-Demonstration gegen Diskriminierung und Gewalt in der überwiegend erzkonservativen albanischen Gesellschaft. Dieses Mal könnte es noch schlimmer kommen als 2012, als etwa 50 Radfahrer mit Regenbogenflaggen durch die Stadt fuhren und dabei mit Rauchbomben beschossen wurden. Denn die rechte demokratische Partei plant genau an diesem Tag einen Massenprotest. Und die Polizei warnt davor, die Fahrradparade nicht ausreichend schützen zu können. Werden Kristi und Xheni es schaffen, mehr als 50 Mutige zu mobilisieren? Wird es wieder Gewalt geben gegen die Demonstranten? Oder muss die Fahrradparade sogar abgesagt werden?
Obwohl Albanien ein Anti-Diskriminierungsgesetz eingeführt hat, weil es mit seinerhohen Arbeitslosigkeit, schlechter Infrastruktur und massiver Korruption auf die EUMitgliedschaft hofft, gelingt es der Gesellschaft noch nicht, danach zu leben. DerAlltag von Schwulen und Lesben ist hart: Sie werden von ihren Familienrausgeschmissen, verlieren auch weiterhin ihre Arbeit, werden auf offener Straßegeschlagen, und noch immer weigern sich manche Ärzte, sie zu behandeln.
Xheni und Kristi kämpfen dagegen an. Sie touren durch Ministerien und Talkshows. Dort passiert es den mutigen Homosexuellen immer wieder, dass Gäste erst gar nicht mit ihnen im Studio zusammensitzen wollen. "Daran sind wir gewöhnt", meint Kristi. "Und deswegen ist es wichtig, dass wir jedes Jahr unsere Fahrradparade machen". Bis zum Schluss bangen sie, ob und wie viele gegen ein homophobes Albanien auf die Straße gehen.
Die neue Reportage-Reihe auf ARTE erzählt Geschichten von Menschen - authentisch und ganz nah dran. Es sind Geschichten, die hinter den Schlagzeilen stecken, die berühren, erstaunen und zum Nachdenken anregen. In 28 Minuten zu einem aktuellen Thema zeigt jede Reportage eine Facette Europas, begegnet spannenden Menschen und taucht in andere Lebenswelten ein. "Re:" macht damit Europa in seiner Vielfalt erlebbar und begreifbar. Immer montags bis freitags um 19.45 Uhr und jederzeit im Netz.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 06.07.2017 um 19:40 Uhr auf arte.