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"I want to break free" - Pop vom anderen Ufer (1/2)

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Donnerstag, 06.07.2017 00:20 Uhr
arte
Donnerstag
06.07.2017
00:20 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Am 28. Juni 1969 führte die New Yorker Polizei in der kleinen, unscheinbaren Kneipe "Stonewall Inn" im Greenwich Village eine Razzia durch. Die Bar in der Christopher Street war ein beliebter illegaler Homosexuellen-, Transgender- und Transvestiten-Treff. Homosexualität war zu jener Zeit noch strafbar, und immer wieder kam es zu brutalen Verhaftungen und Anklagen. Aber an diesem Abend lehnten sich die Besucher des "Stonewall Inn" auf und boten der Polizei die Stirn.
Dieses Ereignis, an das jedes Jahr weltweit mit dem Christopher Street Day erinnert wird, war der Beginn einer Bewegung, die zur Entkriminalisierung der Homosexualität in den Vereinigten Staaten und zahlreichen anderen westlichen Ländern geführt hat. Gehören heute bunte CSD-Paraden mit Jahrmarktstimmung zur Vielfalt unserer Städte, so war die schwul-lesbische Szene vor der sexuellen Revolution eine verbotene Subkultur. Stets drohte die Zensur. Dennoch gab es schon zuvor zahlreiche Künstler, die Homosexualität in Form eines verborgenen Subtextes in ihren Werken thematisierten - vollkommen verdrängt von einem kollektiven Unbewussten getreu dem Grundsatz, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.
Die Dokumentation befasst sich mit der verbotenen Underground-Kultur, mit ihren Andeutungen und Botschaften zwischen den Zeilen. Die Dokumentation zeigt, dass sich bereits bei zahlreichen Hollywood-Filmen aus den 50er und 60er Jahren homosexuelle Lesarten finden, wie beispielsweise in "Frühstück bei Tiffany" oder Sandalenfilmen wie "Ben Hur". Außerdem stellt die Dokumentation das Werk des Künstlers Tom of Finland vor, dessen Zeichnungen in den renommiertesten Museen der Welt ausgestellt werden. Er gilt als der Erfinder der Figur des Leatherman - einem ganz in Leder gekleideten Mann mit Schnauzbart nach dem Vorbild von Marlon Brando. Und nicht zuletzt erklärt der Film, warum Stars wie Madonna, Lady Gaga, Dalida, Marianne Rosenberg oder Judy Garland viel bewunderte Schwulen-Ikonen und somit Teil der Gay-Bewegung geworden sind.
Auch die Tate Britain verschreibt sich in ihrer aktuellen Ausstellung "Queer British Art" diesen flammenden Identitäten, den Ikonen und ihrer Verhandlung in der Kunst. Dieser Linie folgend befasst sich die zweiteilige Dokumentation "I want to break free - Pop vom anderen Ufer" mit der damals verbotenen schwulen Underground-Kultur. Andeutungen und Botschaften zwischen den Zeilen zeigen, dass sich bereits in zahlreichen Hollywoodfilmen aus den 50er und 60er Jahren homosexuelle Lesarten finden. Der Dokumentarfilm "Somewhere over the Rainbow" gibt sich wiederum der Kraft der Musik hin und zeigt, wie die bahnbrechenden Songs von David Bowie über Madonna bis Boy George die homosexuelle Emanzipation vorangebracht haben und warum Schwule heute zur wichtigsten Zielgruppe popkulturellen Marketings gehören. Schließlich rückt "Too young to die" eine Ikone ins Zentrum der Homosexuellenbewegung: Judy Garland. In der Rolle der Dorothy in "Der Zauberer von Oz" gilt ihre Hymne über das Ende des Regenbogens als Zeichen für Toleranz und Menschlichkeit. Allerdings zeichnen Ruhm und Glamour die große Bühnengöttin. Drogen, Alkohol und Skandale machen sie zu einer schillernden, aber auch fragilen Figur, deren Überlebenswille maßgebend für die Bewegung wird. Ihre Hymne wird zum Sehnsuchtslied einer bunten und freiheitsliebenden Gemeinschaft, die ihre erkämpften Rechte in autoritären Staaten und vor den restriktiven Maßnahmen der Staatschefs aktuell wieder aufs Neue beweisen muss.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 06.07.2017 um 00:20 Uhr auf arte.

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15.07.2017 05:15arte06.07.2017 00:20arte