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die nordstory Spezial - Geschichten aus dem Gutshaus

Mit Mut, Mörtel und ohne Millionen
Sonntag, 02.07.2017 14:00 Uhr
NDR
Sonntag
02.07.2017
14:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Wie kein anderes Bundesland ist Mecklenburg-Vorpommern voll von historischen Herrenhäusern, Gutshäusern, Gutsschlössern und Wasserburgen. Über 2.000 verschiedene Objekte gibt es. Viele sind verfallen, nur 200 werden zur Zeit benutzt oder bewohnt. Aber ständig gibt es ein paar neue Verwegene, die sich des einen oder anderen verlassenen Gutshauses annehmen.
"Ich hab das Haus aus einer Laune heraus gekauft", grinst Sönke Johansson. "Es hätte zwar nur einen Euro kosten sollen, so stand es im Auktionskatalog, aber am Ende der Versteigerung habe ich natürlich mehr dafür bezahlt." Das Gutshaus von Dersentin bei Teterow war ein klassizistisches Geisterhaus. Umrahmt von einer alten LPG und verkommenen Ställen. Leerstand, Putz ab, Fenster hohl. Aber Sönke Johannsen, der Pharma-Manager aus Berlin, machte sich an die Arbeit: Öfen heizen, Keller räumen, Dach dichten. Probleme lösen, das kann er gut. Und so glänzt das Haus bald mit neuer Fassade, Magnolienallee und Park.
"Angst", wiederholt Phillip Kaszay nachdenklich. "Ich habe keine Angst vor diesem Projekt. Wovor soll ich noch Angst haben? Mir ist doch schon das Schlimmste passiert, was einem passieren kann." Phillip hat seine Frau unter der Geburt des zweiten Kindes verloren. Und um dem Leben, dem Rest von Leben, wie er es sagt, einen Sinn zu geben, hat Phillip seinen Job in Ulm gekündigt und ist mit Tochter Paula nach Mecklenburg gezogen. Er hat eine Mission. Er will ein Gutshaus! Er will ein Lebenswerk, sich daran abarbeiten als eine Art Eigentherapie. In Kobrow hat er sein Gutshaus gefunden. Phillip hat unendlichen Mut, macht sich an die Sisyphusarbeit und erlebt so manchen Rückschlag.
Auf Gut Rensow wird nicht mehr gebaut. Die neuen Eigentümer Knut Splett-Henning und Lebensgefährtin Christina von Ahlefeld haben sich in dem uralten Haus ländlich barock eingerichtet, halten Schafe, ernten Kartoffeln und beherbergen illustre Gäste in ihrem malerischen Haus, das wie aus der Zeit gefallen scheint. Christina kommt aus Kopenhagen, aber fühlt sich pudelwohl in Mecklenburg. Schließlich haben die "von Ahlefelds" auch mal ganz in der Nähe gewohnt, im Nachbardorf fanden die beiden die Familieninitialen an einem Portal. "Wir wollen wieder das sein," sagt sie, "was das Gutshaus früher auch oft war. Nämlich das Zentrum des dörflichen Lebens." Aber Knut Splett-Henning hat derweil schon ein neues Objekt entdeckt, das er aus dem Dörnröschenschlaf erwecken will. Sprichwörtlich. Das barocke Gutshaus von Dölitz - nur fünfzehn Kilometer von Rensow entfernt - und total eingewachsen.
Der Film zeigt eine Langzeitbetrachtung dreier Gutshausprojekte durch vier Jahreszeiten und begleitet dabei auch einige ehrgeizige Umbaupläne.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 02.07.2017 um 14:00 Uhr auf NDR.