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Moorleiche

Dokumentation Großbritannien 2013
Montag, 26.06.2017 18:25 Uhr
arte
Montag
26.06.2017
18:25 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Im August 2011 stieß ein irischer Torfstecher auf einen unbekannten Gegenstand. Als er seine Maschine zum Stehen gebracht hatte, erkannte er, dass es sich um menschliche Überreste handelte. Flachgedrückt und deformiert. Eines war klar: Dies war keine moderne Leiche. Der aufsehenerregende Fund erwies sich als eine hervorragend erhaltene Moorleiche aus der Zeit vor der römischen Eroberung.
Moorleichen sind seit dem 18. Jahrhundert in Europa schon über tausendfach gefunden worden, in Skandinavien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Aber der zuletzt entdeckte, außergewöhnlich gut erhaltene "bog body" hat die Forschung zu dem Thema wieder in Gang gebracht, denn es gibt noch viele Geheimnisse zu lüften: Wer waren diese Menschen? Wie erklärt sich ihre Bestattung an speziellen Orten des Moores? Und warum wurden sie vor ihrem Tod so grausam gefoltert?
Mit modernster Technologie führt ein Spezialisten-Team eine europaweit einmalige Untersuchung durch und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: Die zuletzt ausgegrabene Moorleiche ist nicht, wie bisher angenommen, 2.000 sondern 3.000 Jahre alt. Außerdem handelt es sich bei dieser Art von Mumien sicherlich um Könige, die in schwierigen Zeiten, vor allem bei Klimaumschwüngen, die mit ihren katastrophalen Folgen die Ernte bedrohten, von ihrem Volk geopfert wurden. Die Dokumentation vermittelt erstaunliche Erkenntnisse über die Rituale und Kultur der wenig bekannten Eisenzeit.

* Thementag Archäologie

Untergegangene Zivilisationen und Kulturen faszinieren bis heute. Wie haben solche früheren Gesellschaften gelebt? Und wie waren sie organisiert? Die Entdeckungen von Archäologen können bahnbrechend sein, auch wenn es sich nicht um den Jahrhundertfund handelt. In jedem Fall fördern archäologische Grabungen Erkenntnisse über die Menschen zutage, die einst an den Stätten lebten. Am Samstag, den 17. Juni, lädt ARTE einen Tag lang zu einer archäologischen Zeitreise ein und wirft gleichzeitig einen Blick auf die moderne Hightech-Archäologie der Zukunft.
Archäologen nutzen unterschiedlichste Werkzeuge und Methoden, um die Spuren vergangener Zivilisationen zu erforschen: Mit Kellen und Pinseln werden Gegenstände vorsichtig zutage gefördert, wie die im nordfranzösischen Lavau gefundenen Grabbeigaben eines Keltenfürsten. Goldener Schmuck, prächtig verziertes Geschirr und sogar ein großer Streitwagen sollten den Verstorbenen auf der Reise ins Jenseits begleiten. In Burgund erkunden Forscher auf andere Weise das Leben ihrer Vorfahren: Im Rahmen des Projekts Guédelon bauen sie mit Techniken aus dem 13. Jahrhundert eine mittelalterliche Burg nach. Doch natürlich arbeiten Archäologen auch mit modernsten Mitteln, wie mit Laserscanner-Luftbildern, mit virtuellen Rekonstruktionen und Verfahren wie der Geomagnetik, die sehr präzise Messwerte liefert und mit der Ausgrabungen zielgerichtet geplant werden können. Sogar an Kulturlandschaften wie dem 4.000 Jahre alten Steinkreis von Stonehenge, die als vollständig erforscht galten, lässt sich damit noch Neues entdecken. Am Samstag, dem 17. Juni, stellt ARTE neueste Arbeitsweisen und Errungenschaften der heutigen Archäologie vor.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 26.06.2017 um 18:25 Uhr auf arte.