

1700 Kilometer lang ist die Strecke von Hanoi nach Ho-Chi-Minh-Stadt. 40 Stunden braucht der Zug dafür. Die Vietnamesen nennen ihn "Wiedervereinigungsexpress". In Hanoi ist Tran Duong eingestiegen, ein älterer Herr. Auf der Fahrt durch Reisfelder, entlang des blauen Meeres, vorbei an grauen Bergen erzählt er von seinem Leben und seiner Liebe zu deutscher Literatur. Er hat Goethes Gedichte ins Vietnamesische übertragen und Bücher über Heine geschrieben.
Während des Vietnamkrieges war Tran Duong Frontberichterstatter.
Kim Huang, die zierliche Dame neben ihm, ist Nachrichtensprecherin beim Radio. Ihre Feinmechaniker-Lehre hat sie in Dresden absolviert. Lesen und Schreiben lernte sie im benachbarten Moritzburg, genau wie Tran Duong. Die beiden sind unterwegs nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, zu einem Treffen mit anderen "Moritzburgern".
Mehr als 50 Jahre ist es her, dass in Dresden und der kleinen sächsischen Gemeinde rund 350 vietnamesische Kinder verdienter Kämpfer gegen die französische Kolonialherrschaft eine Schul- und Berufsausbildung erhielten. Fast alle haben später in ihrer Heimat Karriere gemacht.
Die Dokumentation "Vietnam in einem Zug" begleitet Tran Duong und Kim Huang auf ihrer Reise im "Wiedervereinigungsexpress".
Film von Rita Knobel-Ulrich
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 05.06.2017 um 15:45 Uhr auf Phoenix.