

Wie alles anfing: Das Nachdenken über den Glauben mit und ohne Gott begann wohl nicht aus Zufall in einem Café und nicht in der Kirche. Der Papst war gerade zurück getreten, ein Missbrauchsskandal folgte auf den anderen und den Kirchen liefen seitdem die Mitglieder davon.
Der Gedanke lag nahe - ist das der Anfang vom Ende des Glaubens? Woran heute noch glauben? Weil man nicht alle einzeln fragen kann, gingen Eva Achinger und Christiane Miethge dorthin, wo eh schon alle sind: Ins Netz. Sie begannen den Blog www.woranglauben.de. Das Besondere dabei: Es ging nicht nur ums Diskutieren, sondern die Nutzer konnten durch ihren Input die Dokumentation am Ende mitgestalten. Und: Eva Achinger und Christiane Miethge definierten "Glaube" nicht rein religiös, sondern als sinnstiftendes Vertrauen in eine Überzeugung. Mit anderen Worten: Was gibt Sinn, was gibt Halt - die Liebe, die Freiheit oder das iphone?
Aus über 1000 Kommentaren und Glaubensbekenntnissen haben die Autorinnen vier große Glaubenslinien herausgefiltert. Jeweils einen Vertreter von ihnen haben sie dann näher kennengelernt und mit der Kamera für die "Woran-Glauben"-Dokumentation begleitet. Und, ja, die Bandbreite ist groß: Von Informatikern, für die Glaube nur ein Krückstock des Geistes ist, bis hin zu einer jungen Theologie-Studentin, die ihren Glauben an Gott als eine Art "Verliebtsein" beschreibt. Zum Abschluss des Projektes wissen die Autorinnen Christiane Miethge und Eva Achinger: Die Menschen glauben nach wie vor - nur die Institution Kirche muss sich Sorgen machen.
ARD-Themenwoche 2017: "Woran glaubst Du?"
Auf der Suche nach uns selbst, nach letzten Gewissheiten und unserem Lebenssinn schlagen wir verschiedene Wege ein. Ganz gleich, ob wir an Gott oder an die Vernunft glauben oder zum Meditationskurs gehen: "Woran glaubst Du?" ist eine Frage, die jeden betrifft, der man sich nicht einfach entziehen kann. Trifft sie doch den Kern des Menschseins.
Gerade in einer Zeit, in der zum einen Unkenntnis und Ratlosigkeit in Glaubensangelegenheiten zunehmen, zum anderen sich Familienstrukturen massiv ändern und Arbeitsverhältnisse unsicherer werden, kommt der Frage nach den Gewissheiten eine grundlegende Bedeutung zu. Auch wenn Menschen den Volkskirchen den Rücken kehren, gibt es ein wachsendes Interesse an Religion, einer Sehnsucht nach Spiritualität und Neugier auf übersinnliche Erfahrungen.
In der ARD-Themenwoche soll der Blick für viele Spielarten des Glaubens geöffnet, traditionelle Glaubenswelten und esoterische Strömungen sollen gleichermaßen dargestellt werden. Die Themenwoche untersucht, ob und wie die Kraft des Glaubens Menschen heute helfen kann, ihr Leben angesichts einer Fülle von Entscheidungsmöglichkeiten und der Herausforderung einer sich rasant verändernden Gesellschaft zu gestalten.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 17.06.2017 um 20:15 Uhr auf tagesschau24.