

"Der Islam gehört zu Deutschland." Klingt tolerant. Doch was heißt das wirklich? Wie leben eigentlich deutsche Muslime in Deutschland? Wie reagieren die Nachbarn auf sie? Die Autoren wohnen sieben Tage lang bei Muslimen. Und wollen wissen: ist ein Mensch, nur weil er ein einer bestimmten Konfession angehört, ein anderer Mensch?
"Allahu Akbar!" hallt es morgens um 4:30 Uhr unter der Moscheekuppel wider - Morgengebet. "Ich bin verliebt in Gott", sagt Mohammad, nicht der Prophet, sondern Mohammad, der Übersetzer des Imams.
Sieben Tage verbringen Ralph Baudach und Martin D'Costa in einem der ältesten islamischen Zentren Europas, der schiitischen Imam-Ali-Moschee in Hamburg. Sie treffen dort auf strenggläubige Muslime, die den Islam als einzig richtigen Weg für ihr Leben sehen und die aufgrund ihres Glaubens Probleme in der deutschen Gesellschaft haben. Wie die Studentin Nazanin - Kopftuchträgerin und angehende Nanowissenschaftlerin: "Egal, was ich mache, ich muss immer aufpassen, was ich tue. Sonst heißt es gleich wieder: Ach ja, die Muslime!"
Es ist ein Leben zwischen strengen Ritualen, dem Ertragen von Vorurteilen und dem beruhigenden Glauben daran, dass Gott sowieso größer ist als alles und dass der Koran die Anleitung für ein glückseliges Leben bereithält. Was ist das für eine Religion, die wie keine andere die Nachrichten der letzten zwölf Jahre beherrscht hat? Was macht sie mit den Menschen?
"7 Tage... unter Muslimen" zeigt intime Bilder aus dem Innersten einer eingeschworenen Gemeinschaft. Der Zuschauer trifft dabei auf humorvolle, warmherzige und nachdenkliche Menschen. Er erlebt sie beim Ausüben ihres Glaubens, in sehr persönlichen Gesprächen und beim Feiern.
ARD-Themenwoche 2017: "Woran glaubst Du?"
Auf der Suche nach uns selbst, nach letzten Gewissheiten und unserem Lebenssinn schlagen wir verschiedene Wege ein. Ganz gleich, ob wir an Gott oder an die Vernunft glauben oder zum Meditationskurs gehen: "Woran glaubst Du?" ist eine Frage, die jeden betrifft, der man sich nicht einfach entziehen kann. Trifft sie doch den Kern des Menschseins.
Gerade in einer Zeit, in der zum einen Unkenntnis und Ratlosigkeit in Glaubensangelegenheiten zunehmen, zum anderen sich Familienstrukturen massiv ändern und Arbeitsverhältnisse unsicherer werden, kommt der Frage nach den Gewissheiten eine grundlegende Bedeutung zu. Auch wenn Menschen den Volkskirchen den Rücken kehren, gibt es ein wachsendes Interesse an Religion, einer Sehnsucht nach Spiritualität und Neugier auf übersinnliche Erfahrungen.
In der ARD-Themenwoche soll der Blick für viele Spielarten des Glaubens geöffnet, traditionelle Glaubenswelten und esoterische Strömungen sollen gleichermaßen dargestellt werden. Die Themenwoche untersucht, ob und wie die Kraft des Glaubens Menschen heute helfen kann, ihr Leben angesichts einer Fülle von Entscheidungsmöglichkeiten und der Herausforderung einer sich rasant verändernden Gesellschaft zu gestalten.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 15.06.2017 um 16:00 Uhr auf ARD alpha.