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Abenteuer Erde: Eisbärensommer

Ein Film von Matthias Breiter, Annette und Klaus Scheurich
Dienstag, 13.06.2017 20:15 Uhr
WDR
Dienstag
13.06.2017
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Was machen Eisbären eigentlich im Sommer?
Wo leben sie, wenn es kein Eis gibt? Was fressen sie, wenn sie keine Robben jagen können?
Eisbären sind die Könige der Arktis. Sie sind auf wunderbare Weise an ihre Welt aus Schnee und Eis angepasst. Während der Wintermonate, wenn weite Teile des arktischen Ozeans gefroren sind, sind sie in ihrem Element, denn ihre Hauptnahrungsquelle sind Robben und andere Meeressäuger, die sie auf dem Packeis erbeuten.
Doch auch in der Arktis gibt es eine Zeit, in der die Tage lang sind und die Temperaturen über den Gefrierpunkt steigen. In der Hudson Bay, dem südlichsten Teil des arktischen Ozeans, bilden sich im Spätfrühling Risse im Packeis. Große Eisschollen entstehen, die mit zunehmender Kraft der Sonne zu immer kleineren Schollen zusammen schmelzen - bis die Hudson Bay Anfang Juli eisfrei ist. Die Eisbären müssen an Land schwimmen und sind nun dort "gefangen".
Schwierige Zeiten brechen jetzt an, denn ihre Hauptbeute, die Robben, meiden die flachen Küstenstreifen der Hudson Bay. Die Gefahr bei einsetzender Ebbe an Land zu stranden und zur leichten Beute zu werden, ist für die Robben hier besonders groß. Eisbären wiederum sind zwar hervorragende Schwimmer, aber im offenen Meer den wendigen Robben weit unterlegen. Die Konsequenz: Ohne Packeis auf dem sie jagen können, sind die Bären ihrer wichtigsten Energiequelle beraubt und die Sommermonate werden für sie zur Fastenzeit. An der Küste angespülte Walkadaver, gelegentlich erbeutete Kleinsäuger, Wasservögel sowie Beeren und Pflanzen bilden dann den kargen Speiseplan. Die an Land gestrandeten Eisbären müssen sich an eine Umwelt anpassen, die ihnen eigentlich fremd ist.
Je nach Alter und Geschlecht reagieren die Tiere unterschiedlich auf diese Zeit der Entbehrungen. Die im letzten Winter geborenen Jungtiere erleben zum ersten Mal ein Leben ohne Eis und Schnee. Die Eintönigkeit des Eismeeres hat sich nun in eine Landschaft voller lebendiger Farben und einem Überfluss an neuen Eindrücken verwandelt. Die Muttertiere müssen die Neugier und den Überschwang ihrer Jungen bremsen, damit sie nicht allzuviel ihrer kostbaren Energie verschwenden.
Ausgewachsene Männchen und Weibchen ohne Nachwuchs erreichen das Land gut genährt und schwer beleibt. Unter ihrer Haut liegt eine über zehn Zentimeter dicke Fettschicht, eine wichtige Reserve in der kargen Sommerzeit. Sie vermeiden jede unnötige Bewegung, denn selbst kurze Strecken könnten zu Überhitzung führen. Entsprechend ruhen sie meist in Küstennähe, wo die frische Meeresbrise etwas Abkühlung und Schutz vor Moskitos verspricht. Finden sie etwas Substantielles zu fressen, wie zum Beispiel einen Walkadaver, spielen selbst erwachsene Eisbären auch mal übermütig im eiskalten Wasser der Hudson Bay.
Erst wenn im September Schnee und Eis den bunten Herbst verdrängen, geht es den Eisbären wieder gut. Sie scheinen die frostigen Zeiten zu genießen, auch wenn sie noch bis Dezember warten müssen, bis die Hudson Bay wieder zufriert und sie wieder auf dem Eis jagen können. Bis dahin verbringen sie viel Zeit mit Kämpfen und Wanderungen entlang der Küste.
Die Dokumentation begleitet Eisbären unterschiedlichen Alters aus verschiedenen sozialen Gruppen durch den arktischen Sommer. Ihre Geschichten verbinden sich zu einem umfassenden Porträt dieser Tiere, in einer Jahreszeit, die für sie voller Schwierigkeiten und Herausforderungen steckt.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 13.06.2017 um 20:15 Uhr auf WDR.

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15.06.2017 15:45WDR13.06.2017 20:15WDR