

Es sind die Anhänger der Santeria und des Candomblé, der afrokubanischen und der afrobrasilianischen Variante des Voodoo, die ihre Zeremonien meist nur im Geheimen abhalten. Und auch die bunten Altäre in ihren Wohnungen, mit denen Geister gnädig gestimmt werden sollen, verbergen sie meist vor der Öffentlichkeit. Zu groß ist die Angst vor Vorurteilen und Stigmatisierung.
Die Wiege des Voodoo befindet sich in Westafrika. Von hier aus hat sich die Religion durch den Sklavenhandel nach Lateinamerika ausgebreitet und weiterentwickelt: In Brasilien entstand so der Candomblé und auf Kuba die Santeria. Für beide Religionen bildet der Voodoo eine bedeutende Wurzel, noch immer sind sie eng verwandt mit dem Voodoo-Kult. Mit Zuwanderern aus Westafrika und Lateinamerika spielt Voodoo auch in Europa zunehmend eine Rolle. Manche Schätzung rechnet mit bis zu 60 Millionen Anhängern weltweit. Der Voodoo ist seit den Zeiten der Sklaverei eine globalisierte Religion.
Der Film begleitet einen Candomblé- und einen Santeria-Priester sowie eine deutsche Frau, die zur Santeria konvertiert. Dabei muss sie verschiedene Initiationsriten durchlaufen, die bisher in Deutschland noch nie filmisch dokumentiert wurden. Mit der ehemaligen Theologie-Studentin bekommt der Zuschauer Einblicke in Rituale, Rhythmen und Tänze. Voodoo, Santeria und Candomblé gelten auch als „getanzte Religion“, die den Körper stark betont. Statt für schwarze Magie stehen sie für ein hohes Maß an Naturverbundenheit und eine Abwendung vom Materialismus.
Ein Film von Silke Meyer
ARD-Themenwoche 2017: „Woran glaubst Du?"
Auf der Suche nach uns selbst, nach letzten Gewissheiten und unserem Lebenssinn schlagen wir verschiedene Wege ein. Ganz gleich, ob wir an Gott oder an die Vernunft glauben oder zum Meditationskurs gehen: „Woran glaubst Du?“ ist eine Frage, die jeden betrifft, der man sich nicht einfach entziehen kann. Trifft sie doch den Kern des Menschseins.
Gerade in einer Zeit, in der zum einen Unkenntnis und Ratlosigkeit in Glaubensangelegenheiten zunehmen, zum anderen sich Familienstrukturen massiv ändern und Arbeitsverhältnisse unsicherer werden, kommt der Frage nach den Gewissheiten eine grundlegende Bedeutung zu. Auch wenn Menschen den Volkskirchen den Rücken kehren, gibt es ein wachsendes Interesse an Religion, einer Sehnsucht nach Spiritualität und Neugier auf übersinnliche Erfahrungen.
In der ARD-Themenwoche soll der Blick für viele Spielarten des Glaubens geöffnet, traditionelle Glaubenswelten und esoterische Strömungen sollen gleichermaßen dargestellt werden. Die Themenwoche untersucht, ob und wie die Kraft des Glaubens Menschen heute helfen kann, ihr Leben angesichts einer Fülle von Entscheidungsmöglichkeiten und der Herausforderung einer sich rasant verändernden Gesellschaft zu gestalten.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 12.06.2017 um 02:00 Uhr auf RBB.