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Afrika - Der ungezähmte Kontinent (4/5)

Das Kap - Zwischen Tropen und Eismeer
Sonntag, 04.06.2017 10:30 Uhr
HR
Sonntag
04.06.2017
10:30 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Wo die Kraft der Sonne genügt, um Schildkrötenbabys auszubrüten, wird das dem Nachwuchs der Pinguin-Kolonie nicht selten zum Verhängnis. Wo dichter Urwald gedeiht, müssen Luftakrobaten zur Partnersuche in baumlose Höhen ausweichen. Wo Steilwände tausende Meter in den Himmel ragen, bleibt Regenwolken der Weg ins Landesinnere verwehrt. Das Leben könnte nicht kontrastreicher sein als an der Südspitze Afrikas.
Frisch geschlüpfte Meeresschildkröten beginnen ihr Leben mit einem gefährlichen Wettlauf über den Strand. Wenn sie zu Hunderten ihr warmes Sandnest verlassen, warten schon jede Menge Fressfeinde auf sie. So schnell sie können, krabbeln sie zum Meer, doch die jungen Schildkröten sind kaum sieben Zentimeter lang und auf ihrem Weg zum rettenden Ozean noch leichte Beute für hungrige Vögel und sogar für Krabben. Den Gewinnern in diesem Rennen winkt nach der harten Prüfung ein 80-jähriges Leben im nahrungsreichen Indischen Ozean.
Dieses Meer ist auch die Heimat eines seltsamen Fisches: Dickkopf-Stachelmakrelen sind etwa so groß wie ein Mensch und einzelgängerische Jäger. Doch einmal im Jahr versammeln sich Schwärme von ihnen zu einer Gruppenreise flussaufwärts. Es sind jedoch nicht Laichgebiete im Süßwasser, die diese Fische ansteuern, und ihr Unternehmen ist umso rätselhafter, als sich auch das Verhalten der Fische auf dieser Reise zu verwandeln scheint.
Ein wahres Schmetterlingsparadies ist der bisher weitgehend unerforschte Regenwald in Mosambik. Er verdankt seine üppige Vegetation den reichen Niederschlägen, die das warme Wasser des Indischen Ozeans mit sich bringt. Um ihren luftigen Paarungstanz vollführen zu können, müssen die großen Falter aber den dichten Wald verlassen und den baumlosen Gipfel des Monte Mabu anfliegen.
Die 3000 Meter hohen Gipfel der Drakensberge sind sogar für Regenwolken eine unüberwindliche Barriere und so bleiben Niederschläge im Landesinneren Südafrikas eine Seltenheit. Wenige Regenwolken erzeugen auch die kalten Wasser des Benguelastroms, der an der Westküste Südafrikas regiert, doch in Namaqualand genügt schon die Feuchtigkeit aus dem Nebel, um den Küstenstreifen alljährlich in ein farbenprächtiges Blütenmeer zu verwandeln.
Das fischreiche kalte Wasser aus der Antarktis, das die Südspitze Afrikas erreicht, bringt nicht nur reichlich Nahrung für die größte Haipopulation der Erde und riesige Meeresbewohner wie den Brydewal, es hat auch den Brillenpinguinen neue Brutgebiete am Kap der Guten Hoffnung erschlossen. Unter der afrikanischen Sonne haben sie allerdings mit ganz anderen Problemen zu kämpfen als ihre Verwandten im ewigen Eis der Antarktis.
Ein Film von Hugh Pearson

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 04.06.2017 um 10:30 Uhr auf HR.

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Alternative Ausstrahlungstermine
04.06.2017 10:30HR03.06.2017 21:00HR