

Ruth Weisz kam 1939. Klaus Fabiny kam 1949. Beide kamen sie nach Argentinien, beide kamen sie aus Deutschland. Für beide war Argentinien der letzte Ausweg, denn beide sind aus Deutschland geflohen. Ruth Weisz jedoch, die jüdische Deutsche, floh vor den Nationalsozialisten, sie hatte die Reichspogromnacht in Berlin als 16-Jährige miterlebt. Wie viele jüdische Deutsche wählten auch ihre Eltern Argentinien als Zufluchtsort. Ruth schaffte die Flucht, zusammen mit einer Freundin. Ihre Eltern blieben in Berlin zurück, ihre Mutter wurde 1940 in Auschwitz ermordet.
Klaus Fabiny aber war bei der Waffen-SS. Als Angehöriger der "Leibstandarte SS Adolf Hitler" kämpfte er an der Ostfront. Später war er Kriegsgefangener der Engländer, flüchtete und gelangte schließlich als Maschinist eines Frachters 1949 nach Argentinien, wie viele Nationalsozialisten. 60 Jahre nach dem offiziellen Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern sich die damals Geflohenen. Ulli Neuhoff hat sie für den "Auslandsreporter" besucht.
Themenabend "Rattenlinie"
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 02.06.2017 um 23:00 Uhr auf ARD alpha.