Doch nicht Zuversicht, sondern Angst um die Zukunft bestimmt seit einigen Jahren das Lebensgefühl vieler Menschen im Ruhrgebiet.
Norbert Kaleske ist noch Bergmann. So wie sein Vater und seine Onkel es waren. Seit 25 Jahren fährt er in "Prosper-Haniel" unter Tage in den "Pütt". Es ist die letzte Kohlezeche in NRW, die noch nicht dichtgemacht wurde. 2018 aber ist auch hier Schicht im Schacht. Wie es mit ihm beruflich weitergeht - ungewiss. Kaleske lebt mit Frau und Kindern in einer typischen Bergbausiedlung aus dem letzten Jahrhundert. Doch die Stimmung in der Siedlung habe sich verändert, sagt er. Viele Kollegen stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die meisten von ihnen fühlten sich von der Politik im Stich gelassen und wollen den etablierten Parteien einen "Denkzettel" verpassen.
Auch Hajo Sommers kennt die Nöte und Ängste der Menschen. Er ist gebürtiger Oberhausener und hat den Niedergang der Stadt über Jahrzehnte miterlebt. Erst sind die Zechen weggebrochen, dann die Stahlwerke, jetzt ist es die Dienstleistung, sagt er. Die Stadt hat mehrfach versucht, sich neu zu erfinden, sagt Sommers. Der letzte große Versuch ist das Centro Oberhausen - eine der größten europäischen Einkaufs-Malls. Gebaut auf dem ehemaligen Gelände der Gutehoffnungshütte. Damals arbeiteten hier 120 000 Stahlarbeiter - heute sind es 4500 im Einkaufszentrum, fast alle im Niedriglohnsektor.
Film von Peter Böhmer und Thadeus Parade
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 14.05.2017 um 19:00 Uhr auf Phoenix.