

Irgendwann hat er den Verein "Cocinas sin fronteras" (Küche ohne Grenzen) gegründet, und seit einem Jahr schippert er über den Río Napo im Osten Ecuadors, um Streit unter den indigenen Stämmen zu schlichten und den Ureinwohnern Kochen beizubringen. An Bord seines Schiffes unterrichtet David die Anwohner des Amazonas, wie man ein Touristen-Restaurant leitet und die Bücher führt: Hilfe zur Selbsthilfe für nachhaltigen Tourismus. Die Indigenen lernen, dass man am besten Touristen mit lokalen Säften verwöhnt: Sapote, Guave oder Guanábana. Und wie Bananen-Empanadas verfeinert werden mit zerhackten Mandeln. Dazu gibt es meist Papaya-Salat und Tee aus Guayusa-Blättern.Am Markttag will David seinen Kochkurs krönen - und die Anführer der Stämme der Quichua und Waorani zusammenbringen. Denn diese leben in Zwietracht und verhindern so den Fortschritt im östlichsten Winkel Ecuadors. Das System hatte David bereits in Kenia erprobt, wo er Führer der Stämme Tukana und Pokot durch das Essen an einen Tisch bekam. 2014 servierte er dort Ziegengulasch mit Mais und Bohnen. Seitdem läuft es wieder. "Kommunikation ist der Schlüssel für Veränderungen", sagt David. "Und die beste Voraussetzung dafür ist gemeinsames Essen und Trinken."
Veränderungen sind nötig in Ecuador, denn das Amazonasparadies ist bedroht durch Erdölbohrungen. Ecuadors Präsident Correa gab 2013 die Genehmigung, im hiesigen Yasuní-Park einen Teil der 800 Millionen Barrel Öl-Vorkommen fördern zu lassen. Seitdem tummeln sich die Petroleros, die Ölmanager, und versuchen den Widerstand unter den Indigenen zu brechen. Sie statten einige Gruppen mit Flachbildfernsehern, Satellitenschüsseln und Außenbordern aus. Andere gehen leer aus. Das sorgt für Streit und Missgunst. Dabei müssten die Stämme zusammenarbeiten, um Touristen mit einem gemeinsamen Konzept anzulocken. Dafür kämpft David Höner.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 10.05.2017 um 16:30 Uhr auf Phoenix.