Ob konspirativ organisiert oder ganz offen als Familienfest beworben, Thüringen ist beliebter Veranstaltungsort für rechtsextreme Konzerte und Festivals. Mit den Events macht die Szene Geld - das fließt zum Beispiel in Immobilien, Prozesskosten und Strukturen. "Exakt - Die Story" hat ein Neonazi-Musikjahr in Thüringen dokumentiert.
Die Neonazis fühlen sich hierzulande wohl: nirgendwo sonst gibt es so viele rechtsextremistische Konzerte, Liederabende und Festivals wie in Thüringen und Sachsen. Allein in Thüringen wurden 2016 rund 50 Konzerte gezählt - doppelt so viele wie vor zehn Jahren.
Auf den einschlägigen Szene-Events werden nicht nur Kontakte gepflegt, sondern Geld gemacht - für politische Aktivitäten, Immobilien und Gerichtskosten von gewalttätigen "Kameraden". Neonazis als knallharte Geschäftsleute.
Die Szene kann längst auf eine hervorragende Struktur zurückgreifen: Gaststätten, bei denen Neonazis als Kunden gern gesehen sind oder gar eigene Immobilien, wo sie machen können, was sie wollen. Dabei ziehen immer wieder dieselben Hintermänner die Fäden.
Die Polizei muss meist nur zusehen. Die Ordnungsbehörden der Städte und Landkreise machen es den rechtsextremen Partygängern manchmal leicht. So werden die Netzwerke im Verborgenen gestärkt und immer weiter ausgebaut. Europaweit.
Film von Axel Hemmerling und Johanna Hemkentokrax
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 04.05.2017 um 16:30 Uhr auf Phoenix.