

1993 stößt der US-amerikanische Forscher Chris Nicola bei der Erkundung eines ukrainischen Höhlensystems auf Spuren von Menschen: Knöpfe, ein Frauenschuh, ein alter Schlüssel sind die stummen Zeugen der Vergangenheit. Von Ortsansässigen erfährt er, dass einige jüdische Familien während des Zweiten Weltkriegs in den Höhlen Zuflucht vor den Nazis gesucht hatten. Nicola stellte Nachforschungen an und nach über neun Jahren der Suche gelingt es ihm tatsächlich, einige der Überlebenden zu finden. Sie berichten, wie sie in dem Höhlenkomplex den Holocaust überleben konnten und reisen zum ersten Mal zurück an den Ort des Geschehens.
1942, auf der verzweifelten Suche nach einen Versteck, entdecken fünf jüdische Großfamilien ein gigantisches Höhlensystem - die elftgrößte Höhle der Welt: 124 Kilometer lang, mit fünf unterirdischen Seen. 38 Juden - vom Baby bis zum Greis und mit nichts als ihren Kleidern am Leib - verstecken sich hier vor den Nazis. In der Tiefe kämpfen sie mit der absoluten Isolation, dem Verlust ihrer Sinne und der permanenten Gefahr des Verhungerns. Sie leben, schuften, essen und schlafen direkt unter den Füßen ihrer Feinde. Jedes Mal, wenn sie auf der Suche nach Feuerholz und Nahrung die Höhle verlassen müssen, riskieren sie ihr Leben. Doch als sich die Nationalsozialisten im April 1944 zurückziehen, entsteigen alle ihrer Höhle: schlammverkrustet, in zerlumpter Kleidung und geblendet vom grellen Sonnenlicht - aber am Leben.
Der 90-minütige Film erzählt anhand von Interviews, Reenactment und Archivmaterial die beeindruckende, wahre Geschichte dieser jüdischen Familien. Es ist ein Film über den Wert von Familie und Freundschaft, über Mut, Ausdauer, Stärke und Liebe.
Die Dokumentarfilmerin Janet Tobias erzählt in "Kein Platz zum Leben" vom dramatischen Überleben einer Gruppe ukrainischer Juden, die sich fast zwei Jahre lang in unterirdischen Höhlen vor den Nazis versteckten und so überlebten.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 07.05.2017 um 23:55 Uhr auf MDR.