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Ein (fast) perfektes Verbrechen

Der ewige Wettlauf zwischen Gut und Böse
Donnerstag, 27.04.2017 20:15 Uhr
Phoenix
Donnerstag
27.04.2017
20:15 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Die DNA an dem besagten Handschuh stammt von Zwillingen, eineiigen Zwillingen. Beide werden vernommen, beide beteuern ihre Unschuld - und beide müssen wieder freigelassen werden. Hassan Osman, einer der Zwillinge, beteuert im Interview, er habe sich vor dem Fall "nie mit DNA" beschäftigt. Ein perfektes Verbrechen, möglich geworden durch eine Laune der Natur?
Laut einer aktuellen ZDF-Umfrage trauen die Deutschen der Kriminalpolizei weniger zu, als sie tatsächlich leistet. Die Mehrheit der Befragten glaubt, dass mindestens ein Drittel aller Mordfälle nicht gelöst werden. Tatsächlich werden 95 Prozent aufgeklärt. Allerdings gilt diese Zahl nur für Morde, die auch als solche erkannt werden. Wie viele bleiben unentdeckt? Experten vermuten, dass es mehr als tausend sein könnten - pro Jahr, allein in Deutschland. Gerichtsmediziner Klaus Püschel erklärt die hohe Dunkelziffer mit Defiziten bei der Leichenschau: "Nur zwei Prozent der Toten werden hierzulande gerichtsmedizinisch untersucht." Wer seine Mordtat als natürlichen Tod verschleiern kann, hat also gute Karten, davon zu kommen. Wem das nicht gelingt, der wird - bis auf wenige Ausnahmen - geschnappt.
Der Film untersucht, auf welche Strategien Täter kommen, wenn sie ihre Spuren vertuschen wollen - und mit welch immer ausgefeilteren Methoden die Ermittler versuchen, ihnen auf die Schliche zu kommen. Besonders schwierig wird das, wenn Profis im Staatsauftrag Verbrechen begehen. Der Menschenrechtsaktivist Erwin Neumann wurde 1958 von der Stasi aus West-Berlin in die DDR verschleppt. Er starb im Gefängnis Hohenschönhausen. Neumanns Tochter erfuhr erst nach der Wende von seinem Schicksal. Im Interview schildert sie die quälende Ungewissheit, mit der sie mehr als 30 Jahre leben musste. Die Täter blieben unbestraft.
Bei manchen Verbrechen scheint die Grenze zwischen Gut und Böse irgendwann zu verschwimmen. Der Immobilienunternehmer Jürgen Schneider etwa, der mit seinen Betrügereien einen Milliardenschaden angerichtet hat, gilt heute manchen als jemand, der die leichtgläubige Gier von Banken und Investoren bloßgestellt habe. "Wenn ich heute vor einem Richter stünde, würde ich sagen, Verbrechen lohnt sich nicht. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus", sagt Schneider.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 27.04.2017 um 20:15 Uhr auf Phoenix.