

Eine Waldorfschule im oberbayerischen Landsberg am Lech: Seit ihrer Einschulung im September 2007 und bis zum Abschluss der achten Klasse im Juli 2015 wird die von Klassenlehrerin Frau Umbach geführte Schulklasse gemeinsam lernen. Über den gesamten Zeitraum begleitet Regisseurin Maria Knilli den Unterricht für ihre im Auftrag des Bayerischen Rundfunks entstehende dreiteilige Langzeitbeobachtung. Mit der Kamera ist sie längst selbstverständlicher Bestandteil der Klasse geworden.
Der 2010 fertiggestellte erste Teil "Guten Morgen, liebe Kinder" schilderte die ersten drei Schuljahre der Kinder. Mit "Eine Brücke in die Welt" liegt nun der zweite Teil der einzigartigen Langzeitdokumentation vor, der sich mit dem vierten bis sechsten Schuljahr beschäftigt; einem Zeitraum, in dem das Klassenzimmer eine sich stets wandelnde Lernwerkstatt ist und die Kinder Schritt für Schritt das selbstständige Arbeiten üben. "Eine Brücke in die Welt" lässt dabei die äußere wie innere Entwicklung der Kinder miterleben und zeigt, wie aus hingebungsvollen Viertklässlern nachdenkliche und kritische Sechstklässler werden.
Zu sehen ist, wie die Zehnjährigen in der vierten Klasse im Galopp ihre Heimatstadt erkunden. Sie teilen Äpfel, um sich das Bruchrechnen anzueignen. Sie studieren für ihre Eltern ein Singspiel in Dirndl und Lederhosen ein - samt Klassenorchester und Gesangseinlagen auf der großen Bühne der Schule. Die Klasse stemmt ein anspruchsvolles Projekt: Zu Fuß geht sie - verteilt über den Zeitraum von acht Jahren - in Etappen von Landsberg nach Venedig. In der fünften Klasse steht eine entscheidende Wegstrecke an, wenn die ganze Klasse zusammen mit der Lehrerin und einigen Eltern zu Fuß den Alpen-Hauptkamm bei 3.019 Höhenmetern überwindet - eine eindringliche Erfahrung für die Klassengemeinschaft.
In der sechsten Klasse recherchieren die mittlerweile Zwölfjährigen selbstständig in Gruppen über die unterschiedlichen Länder Europas und referieren vor der Klasse. Und jeder Schüler schreibt einen frei erfundenen Text für ein Hörbuch. Das Klassenzimmer wird schließlich sogar zum Tonstudio, wenn eine der Geschichten von allen gemeinsam vertont wird.
Im Gegensatz zu "Guten Morgen, liebe Kinder" kommen in dem zweiten Teil der Langzeitdokumentation erstmals auch die Eltern der Schülerinnen und Schüler zu Wort, die mit ihrer Entscheidung für eine Waldorfschule bewusst eine Alternative zur herkömmlichen Schulpädagogik gewählt haben.
Dritter Teil "Auf meinem Weg" am 16.5.17 im BR Fernsehen
Maria Knilli, geboren 1959 in Graz und aufgewachsen in Westberlin, ist Absolventin der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF). Seit 1980 ist sie als freischaffende Autorin und Regisseurin für Kinospielfilme, TV-Krimis, Theaterinszenierungen, Theaterverfilmungen und Dokumentarfilme tätig. Maria Knilli inszenierte u. a. den BR-Polizeiruf "Feuer!" (1996) und den BR-Tatort "Die chinesische Methode" (1990). Von 1983 bis 1987 moderierte sie für den BR die Fernsehmagazine "kino kino" und "Da schau her". Für das Kino schrieb und inszenierte sie u. a. "Lieber Karl" (1984, Bundesfilmpreis für Regie) und "Follow Me" (1988, deutscher Wettbewerbsbeitrag beim Internationalen Filmfestival Moskau).
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 10.05.2017 um 00:00 Uhr auf BR.