

Der unwirtliche Betonklotz mitten in Rom nennt sich "Palazzo Selam" - übersetzt: Palast des Friedens. Ein zynischer Name für das ehemalige Universitätsgebäude, das seit 2006 von Flüchtlingen besetzt wird. Noch nie hat hier ein Kamerateam drehen dürfen. Dabei gäbe es dort unzählige Geschichten zu erzählen. Denn das Hotel ist das unfreiwillige Zuhause von hunderten Flüchtlingen, vor allem aus Afrika. Hier leben sie zum Teil seit Jahren im größten Flüchtlings-Ghetto Europas - abgeschottet von der Außenwelt, fast wie in einem eigenen kleinen Staat.
Sie haben ihr Leben, ihr Überleben selbst in die Hand genommen, wie die 26-jährige Somalierin Muna. Eigentlich sollte der Palazzo nur eine Zwischenstation sein, auf ihrem Weg in eine große Zukunft als Schauspielerin, doch mittlerweile versucht sie genau wie Ali, ein 32-jähriger politisch Verfolgter aus dem Sudan, den Ansturm neuer Flüchtlinge zu bewältigen. Täglich kommen neue Flüchtlinge von den Aufnahmestellen in Süditalien direkt ins Hotel. Den Namen und den Ort kennen sie schon aus Afrika und wissen, dass sie hier Schutz finden werden und ihre Weiterfahrt organisieren können. Denn die meisten zieht es in andere europäische Länder. Sie wissen, dass sie vom italienischen Staat keine Unterstützung bekommen.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 26.04.2017 um 08:45 Uhr auf one.