Warum geraten junge Menschen auf die schiefe Bahn? Wie sollen wir mit ihnen umgehen? Hilft ein strengerer Umgang mit jugendlichen Straftätern, hilft die Herabsetzung der Strafmündigkeit oder braucht es andere Methoden, um dem Phänomen Jugendkriminalität beizukommen?
Das Haus des Jugendrechts in Leipzig ist eine Wohngemeinschaft mit kurzen Dienstwegen von Polizei und Justiz. Dort versucht man neue Wege im Umgang mit den jungen Tätern zu gehen. Es wird auf die enge Vernetzung der Strafverfolgungsbehörden und auf eine Fallbetreuung aus einer Hand gesetzt.
Besonders die Intensivtäter machen den Behörden zu schaffen. Seit Jahren fordern bundesweit verschiedene Jugendrichter wie Stephan Kuperion vom Amtsgericht in Berlin-Tiergarten eine konsequente Gangart, um aus Jugendlichen mit Bagatelldelikten keine Intensivtäter werden zu lassen.
Jens ist ein solcher Intensivtäter. Er stammt aus Leipzig. Seine kriminelle Karriere begann schon im Alter von neun Jahren. Er war Mitglied einer Jugendbande. Seit 17 Jahren folgt ein Delikt dem anderen. Jens stammt aus verwahrlosten Familienverhältnissen und hat in seiner Jugend viel einstecken müssen. Doch als Entschuldigung darf das nicht gelten. Es rechtfertigt nicht die Taten und nicht das Leid der Opfer.
"Exakt - die Story" geht der Frage nach, was Kinder und Jugendliche zu Tätern werden lässt. Wann werden aus dem "normalen" Austesten von Grenzen Straftaten? Und wie kann man dieser Entwicklung wirkungsvoll begegnen?
Film von Jörg Pfeifer
Exakt - Die Story
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 26.04.2017 um 01:07 Uhr auf tagesschau24.