Alle schauen auf Frankreichs König Ludwig XIV. und sein Schloss Versailles. Unter dem selbsternannten Sonnenkönig wird das Land zum großen Vorbild für die Herrscher in ganz Europa. Auch deutsche Fürsten, wie August der Starke in Sachsen, wollen ähnlich glänzen: Sie streben nach Königstiteln, bauen Schlösser und gründen ihrerseits Manufakturen, um effektiver zu produzieren. Knapp 200 Jahre später baut König Ludwig II. von Bayern auf der Insel Herrenchiemsee eine Imitation von Versailles. Aber obwohl Frankreich "très à la mode" ist, schauen sich die Franzosen auch manches bei ihren deutschen Nachbarn ab: zum Beispiel die Herstellung von Porzellan. In Versailles lebt auch die Tochter eines deutschen Adelsgeschlechts: Liselotte von der Pfalz. Sie tut sich schwer mit dem französischen Hofleben, pflegt aber eine freundschaftliche Beziehung zu ihrem Schwager Ludwig XIV. Als dieser im Pfälzischen Erbfolgekrieg Liselottes Heimat verwüstet, belastet das nicht nur ihr persönliches Verhältnis, sondern auch die Beziehung von Deutschen und Franzosen überhaupt. Der Sonnenkönig - eben noch bewundert - wird zum Erzfeind erklärt. Auch auf deutscher Seite gibt es Kriegstreiber, die das Verhältnis beider Völker auf die Probe stellen: Obwohl der preußische König Friedrich II. - Friedrich der Große - von der französischen Lebensart begeistert ist und ein freundschaftliches Verhältnis zum französischen Philosophen Voltaire pflegt, führt er Krieg gegen Frankreich. Damit schweißt er das französische Herrscherhaus und die ehemals verfeindeten Habsburger zusammen. Ausgerechnet eine Mätresse des französischen Königs erweist sich als seine hartnäckigste Widersacherin: Madame de Pompadour.
Lange Zeit galten die Beziehungen zwischen Franzosen und Deutschen als spannungsgeladen. Es hatte sich sogar der Begriff der Erbfeindschaft eingebürgert. Doch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde auf beiden Seiten des Rheins nach Ausgleich und Verständigung gesucht. Heute wird von einer unverbrüchlichen deutsch-französischen Freundschaft gesprochen. Mit viel Humor und sehr unterhaltsam erzählt die zehnteilige Dokumentarfilmreihe, wo die Geschichte von Deutschen und Franzosen ihren Anfang nahm und wie sie sich im Laufe der Zeit gewandelt hat.
Kaum eine Beziehungsgeschichte zwischen zwei Völkern ist so spannungsgeladen wie die von Franzosen und Deutschen. Allein in den letzten 200 Jahren führten beide Länder fünf Kriege gegeneinander. Lange wurde von unauflösbarer Erbfeindschaft, von unüberbrückbaren Unterschieden, ja, sogar von fremder Kultur gesprochen. Doch was steckt nun wirklich hinter dem schwierigen Verhältnis zwischen beiden Ländern? Sind wir tatsächlich so verschieden? Sind wir Feinde - oder Freunde? Was verbindet uns? Was trennt uns? Die zehnteilige Dokumentationsreihe blickt genauer auf die deutsch-französischen Beziehungen - nicht nur der letzten 50 Jahre, sondern von der Römerzeit bis heute. Immer entlang der historisch korrekten Begebenheiten erzählen die humorvoll gestalteten Filme unterhaltsam, kurzweilig und informativ. Die beiden ungewöhnlichen Kommentatorinnen Germania und Marianne - verkörpert von zwei bekannten Kabarettistinnen: Annette Frier auf deutscher und Antonia de Rendinger auf französischer Seite - liefern sich einen frechen Schlagabtausch und sprechen unverhohlen Widersprüche aus - politisch völlig unkorrekt, aber mit viel Witz und Ironie.
Film von Sabine Klauser
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 11.04.2017 um 14:30 Uhr auf Phoenix.