

Viele der vermeintlich alten deutsch-französischen Gegensätze entpuppen sich bei genauer Betrachtung als Erfindung einer jüngeren, nationalistisch geprägten Geschichtsschreibung. War Hermann der Cherusker wirklich ein deutscher Volksheld, und war Vercingetorix wirklich der erste französische Freiheitskämpfer? Ganz so einfach ist es nicht. Zwar waren Germanen und Gallier weit davon entfernt, Deutsche oder Franzosen zu sein, trotzdem entwickelten sich zu ihrer Zeit erste kulturelle Unterschiede zwischen den Völkern links und rechts des Rheins. Oder warum nippen die Franzosen bis heute lieber an ihrem Wein, während die meisten Deutschen immer noch bevorzugt ihr Bier trinken? Die Grenzen bleiben lange fließend.
Im Zuge der Völkerwanderung - auf Französisch "invasions barbares" genannt - wurden die Völker Europas neu gemischt. Der Stamm der Franken breitete seine Herrschaft und auch das Christentum aus. Zunächst im heutigen Frankreich, dann auch bei den Vorfahren der Deutschen. Kaiser Karl der Große schaffte schließlich - mit dem Schwert - ein Reich, das zur Keimzelle beider Nationen wurde.
Lange Zeit galten die Beziehungen zwischen Franzosen und Deutschen als spannungsgeladen. Es hatte sich sogar der Begriff der Erbfeindschaft eingebürgert. Doch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde auf beiden Seiten des Rheins nach Ausgleich und Verständigung gesucht. Heute wird von einer unverbrüchlichen deutsch-französischen Freundschaft gesprochen. Mit viel Humor und sehr unterhaltsam erzählt die zehnteilige Dokumentarfilmreihe, wo die Geschichte von Deutschen und Franzosen ihren Anfang nahm und wie sie sich im Laufe der Zeit gewandelt hat.
Kaum eine Beziehungsgeschichte zwischen zwei Völkern ist so spannungsgeladen wie die von Franzosen und Deutschen. Allein in den letzten 200 Jahren führten beide Länder fünf Kriege gegeneinander. Lange wurde von unauflösbarer Erbfeindschaft, von unüberbrückbaren Unterschieden, ja, sogar von fremder Kultur gesprochen. Doch was steckt nun wirklich hinter dem schwierigen Verhältnis zwischen beiden Ländern? Sind wir tatsächlich so verschieden? Sind wir Feinde - oder Freunde? Was verbindet uns? Was trennt uns? Die zehnteilige Dokumentationsreihe blickt genauer auf die deutsch-französischen Beziehungen - nicht nur der letzten 50 Jahre, sondern von der Römerzeit bis heute. Immer entlang der historisch korrekten Begebenheiten erzählen die humorvoll gestalteten Filme unterhaltsam, kurzweilig und informativ.
Die beiden ungewöhnlichen Kommentatorinnen Germania und Marianne - verkörpert von zwei bekannten Kabarettistinnen: Annette Frier auf deutscher und Antonia de Rendinger auf französischer Seite - liefern sich einen frechen Schlagabtausch und sprechen unverhohlen Widersprüche aus - politisch völlig unkorrekt, aber mit viel Witz und Ironie.
Film von Martin Carazo Mendez
Die Sendung wird ausgestrahlt am Dienstag, den 11.04.2017 um 12:15 Uhr auf Phoenix.