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Dragan Wende - West Berlin

Film von Dragan von Petrovic und Lena Müller
Sonntag, 26.03.2017 23:00 Uhr
MDR
Sonntag
26.03.2017
23:00 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Er war ein König im Kiez, zumindest fühlte er sich so. In den 1970er- und 1980er-Jahren hatte Dragan Wende Geld, Frauen, Champagner. Als Sohn eines Gastarbeiters hatte er einen jugoslawischen Pass, angeblich den besten der Welt. Er kostete seine Blockfreiheit voll aus: Während er das vibrierende West-Berliner Nachtleben orchestrierte und in den angesagtesten Clubs arbeitete, verdiente er sich mit zwielichtigen Geschäften durch die Berliner Mauer eine goldene Nase. 25 Jahre nach ihrem Fall ist diese Mauer in Dragans Kopf höher denn je: 1989 verlor er seine Privilegien. Die Wende machte er für seinen persönlichen Niedergang verantwortlich, und er hat seit Jahren keinen Fuß mehr nach Ost-Berlin gesetzt. Er lebt von den Erinnerungen an goldene Zeiten und kämpft täglich virtuos ums Überleben.
"Dragan Wende - West Berlin ist ein skurril-humorvolles Porträt. Es wirft einen originellen Blick in einen verborgenen Winkel der Geschichte des geteilten Berlins. Diese Milieustudie, in welcher Dragan Wendes Neffe Vuk einen Film über seinen legendären Onkel dreht, ist tief in West-Berlin verankert.
Wir entdecken und erleben die bizarre Welt seines Onkels und dessen tragikomisches Umfeld vor der Kulisse eines vergessenen Berlins der 1980er-Jahre, das in alten Aufnahmen erneut zum Leben erwacht. Vuks Kameraauge erschließt einen schrulligen Mikrokosmos, der uns amüsiert, berührt und auch verstört.
Der Film zeichnet die Geschichte einer Underdog-Familie nach. Erzählt wird es am Küchentisch eines exzentrischen und mürrischen Bordell-Türstehers, in dessen Kopf die Mauer immer noch fest zementiert ist. Der Film unterhält, berührt und regt zum Nachdenken an.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 26.03.2017 um 23:00 Uhr auf MDR.