50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Europa erstmalig wieder gekämpft. Die blutigen Bürgerkriege im zerfallenden Jugoslawien fordern rund 100.000 Menschenleben, über zwei Millionen Menschen müssen fliehen oder werden vertrieben. Bis heute prägen der Krieg und seine Folgen die Region.
Als 1990/1991 Slowenien, Kroatien, Mazedonien sowie Bosnien und Herzegowina unabhängig von Jugoslawien werden wollen, stellen sich Serbien und Montenegro dagegen. Trotzdem erklären 1992 Bosnien und Herzegowina ihre Autonomie. Erbitterte Gefechte zwischen den Streitkräften der Volksgruppen beginnen. Zugleich steigern sich die Spannungen zwischen muslimischen Bosniaken, bosnischen Serben und bosnischen Kroaten. "Und dann", erinnert sich der Journalist Erich Rathfelder in Sarajevo, "haben alle aufeinander geschossen." Aus Nachbarn werden erbitterte Feinde.
25 Jahre später zeigen Zeitzeugen und Experten neue Facetten und unbekannte Hintergründe des Balkankriegs auf. Sie sagen: Es waren nicht nur alte Spannungen zwischen einzelnen Volksgruppen, die irgendwann eskalierten, sondern der Krieg war politisch gewollt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 06.04.2017 um 00:10 Uhr auf WDR.