Baden-Württemberg ist das Bäderland Nummer eins in Deutschland. Mit mehr als zwölf Millionen Übernachtungen stellen die sechzig Kurorte einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Doch die Kur ist seit Jahrzehnten in der Krise. In Bad Wildbad beispielsweise sind die Übernachtungen im Vergleich zu 1988 um zwei Drittel zurückgegangen. Welche Auswirkungen hat dieser Strukturwandel auf die kleine Stadt im nördlichen Schwarzwald?
Welche Alternativen zum Kurbetrieb entwickeln die Bürger vor Ort? Thomas Käppler hat die Krise nach den Gesundheitsreformen am eigenen Leib erfahren. Er kennt die Ruinen ehemaliger Prachtbauten in Bad Wildbad und bewahrte mit einem Verein das Kurtheater vor dem Abriss. Ursula Fuchs betreibt eine kleine und dennoch erfolgreiche Buchhandlung. Sie bindet mit schlauen Internetaktionen Kundschaft und vernetzt sich mit anderen Einzelhändlern. Obwohl in der Stadt viele Cafés leer stehen, eröffnet Tanja Pfeiffer ein neues Café. Mit neu interpretierten, traditionellen Rezepten ist sie erfolgreich.
Die Hoteliersfamilie Mokni glaubt ebenfalls an den Standort Bad Wildbad und investiert in Krisenzeiten gleich in zwei Hotels. Auch Stadt und Land investieren in die Zukunft Bad Wildbads. Mit der Sanierung der Bergbahn und dem Bau des Baumwipfelpfads kommen endlich mehr Tagestouristen in die Stadt. Der Kurbetrieb selbst kämpft weiter um das Überleben. Wellness statt verstaubtem Kurbetrieb und neue Trends wie Aquabiking sollen für einen Umschwung sorgen.
Bad Wildbad scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Vielleicht ist dieser Weg auch ein Beispiel dafür, wie andere Kurstädte den Aufschwung schaffen können.
"Landleben4.0" ist eine Reihe des SWR Fernsehens, die das Thema Demografie anhand gelungener Projekte mit engagierten Menschen im ländlichen Raum erzählt.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 03.04.2017 um 09:35 Uhr auf SWR.