

Fan-Post für den „Führer“- täglich erhielt Adolf Hitler Briefe und Postkarten: Kaum ein historisches Dokument bringt die Geschichte des Dritten Reichs lebendiger nahe als die persönlichen Briefe des Volkes an „seinen“ Diktator. Wie ein Seismograph belegen sie den Stimmungswandel im Nazireich, sind ein Spiegelbild der deutschen Seele von 1933 bis 1945.
Ein Schatz von mehr als 100 000 solcher Botschaften wurde erst vor kurzem geborgen. In einem Moskauer Spezialarchiv hatte die Post der Deutschen an ihren Führer sechs Jahrzehnte unbemerkt überdauert. 1945 von der so genannten „Trophäen-Kommission“ aus Hitlers Privatkanzlei nach Moskau gebracht, schlummerten die Briefe unerkannt in den Kellern der Dokumentensammlung. Deren Inhalt zeigt unzensiert die damalige Volksseele: persönliche Offenbarungen der Absender an den Empfänger, konservierte Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste, Liebesbriefe, Treuebekundungen, Geburtstagsgrüße, Bitten und selten auch Worte des Aufbegehrens.
Die „Fanpost“ erlaubt einen tiefen Einblick in die Herzen und Gedanken der Deutschen während der nationalsozialistischen Herrschaft. Noch nie ist dieses Thema Gegenstand einer historischen Dokumentation gewesen, die Privatpost - eine außerordentliche historische Quelle - wird hiermit erstmals einer breiten Fernsehöffentlichkeit präsentiert.
Deutschlands renommiertester Autor für Dokumentationen über die NS-Zeit, Michael Kloft, verzichtet auf dozierende Kommentare, sondern setzt in seinem Essay ganz auf die Wirkung der authentischen Zitate.
Film von Mathias von der Heide
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 08.02.2017 um 00:15 Uhr auf RBB.