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Die Robbenzähler vom Baikalsee

Film von Wolfgang Mertin
Montag, 06.02.2017 05:50 Uhr
RBB
Montag
06.02.2017
05:50 Uhr
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Im April, wenn das Eis des Baikal zu tauen beginnt, Risse und Spalten meterbreit klaffen, begibt sich der russische Robbenforscher Dr. Jewgenij Petrow mit einer wagemutigen Truppe hinaus auf den See. Mit Schlitten, Zelten und klapprigen Motorrädern, die noch aus Sowjetzeiten stammen, gehen sie für 20 Tage auf eine Expedition über das brüchige Eis. Ihre Aufgabe ist die Zählung der neugeborenen Robben.
Der Baikal ist der älteste und größte Süßwassersee der Erde. Seine Wassermenge entspricht der der Ostsee, und mit 1600 m ist er so tief wie ein Ozean. Niemand weiß, wie die Robben, eigentlich Meeresbewohner, es einst schafften, aus dem Polarmeer 2500 km weit bis in den Süden Sibiriens vorzudringen, denn es gibt keine Wasserverbindung zwischen dem Baikal und dem arktischen Ozean. Ein Rätsel bleibt auch, wie es ihnen gelang, ihr Leben vom Salzwasser auf das Süßwasser des Binnensees umzustellen.
Eine Zählung der Robben ist nur im April möglich, wenn unter der warmen Frühlingssonne ihre Schneehöhlen zu schmelzen beginnen und sich die Jungtiere aufmachen, um die Umgebung zu erkunden. Noch ohne jede Scheu begegnen sie dabei auch den Menschen. Seit 2005 stehen die einst vom Aussterben bedrohten Baikalrobben unter Schutz. Heute ist ihr Bestand auf etwa 120.000 Tiere angewachsen und gilt als nicht mehr gefährdet.
Erstmals konnte ein Filmteam den russischen Robbenforscher Jewgenij Petrow bei seiner abenteuerlichen Expedition über den winterlichen Baikalsee begleiten.
Aus der Reihe "rbb wissenszeit"

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 06.02.2017 um 05:50 Uhr auf RBB.