Töne besitzen eine Art Magie: Manche Tiere sehen mit Hilfe von Tönen, ebenso wie manche Blinde. Wir können Töne zu Musik formen oder sie dazu nutzen, uns in der Natur zu orientieren. Heute rückt die Welt der Töne stärker denn je in das Blickfeld der Wissenschaft und findet dort vielfältige Wirk- und Einsatzmöglichkeiten.
Kymatik ist die Wissenschaft von der Visualisierung von Klängen. Der Akustikingenieur John Stuart Reid ist Miterfinder des CymaScopes. Damit kann er Töne sichtbar machen, indem er sie mit Sand oder Wasser abbildet. Dort erzeugen diese erstaunliche geometrische Muster.
In der akustischen Ökologie untersuchen Wissenschaftler, wie Geräusche unsere Gesellschaft beeinflussen. Durch die Industrialisierung und den wachsenden Verkehr hat sich die Klanglandschaft in unseren Städten deutlich verändert. Doch mit Hilfe moderner Technik ist es möglich zu rekonstruieren, wie sich die Geräuschkulisse in westlichen Städten vor hundert Jahren angehört hat.
Für Blinde sind Geräusche eine wichtige Orientierungshilfe. Durch die sogenannte Klicksonar-Technik können Blinde sich – ähnlich wie Fledermäuse – durch Echoortung orientieren. Bei speziellen Trainings können Blinde dieses Verfahren erlernen.
Auch in der Medizin können Klänge gezielt eingesetzt werden: In den USA wird Ultraschall bereits zur Entfernung von Krebstumoren verwendet – eine Behandlungsform, die ohne Schnitte oder auch nur einen einzigen Tropfen Blut auskommt. Auch bei der Behandlung von Alzheimer-Kranken bietet der Einsatz von Ultraschall vielversprechende Möglichkeiten.
Die in Kanada, Italien, England und Australien gedrehte Dokumentation stellt aktuelle Forschungsarbeiten rund um das Thema Klang aus unterschiedlichen Gebieten wie Gesundheit, Stadtplanung oder Psychologie vor. Untersucht wird dabei, welchen Einfluss Geräusche auf die Gesellschaft haben und welche Möglichkeiten sich durch ihren gezielten Einsatz eröffnen.
Regie: Jerry Thompson\nProduzent: ARTE F\n
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 06.02.2017 um 02:50 Uhr auf arte.