Er schwebt in einem Seitenschiff der Antoniterkirche in Köln: Ernst Barlachs berühmter Bronze-Engel. Der Überlebensgroße hängt an Ketten - die gestraffte Form eines Körpers im Flug. Die Arme vor der Brust gekreuzt, das Kinn energisch nach vorn gestreckt, als sei Schweben nur eine Frage der Haltung. Augen und Mund so fest geschlossen, als wollten sie sich nie mehr öffnen.
Der Bildhauer, Schriftsteller und Zeichner Ernst Barlach (1870 - 1938) schuf den Schwebenden 1927 als Mahnmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges für den Güstrower Dom, ein Gegenentwurf zu den damals üblichen Heldendenkmälern. Zehn Jahre später wurde die Skulptur als "entartete Kunst" aus dem Gotteshaus verbannt und für Kriegszwecke eingeschmolzen. Doch das Gipsmodell blieb erhalten. Barlachs Freunde ließen einen Nachguss machen und versteckten ihn während des Krieges in der Lüneburger Heide. Seit 1952 gehört der Bronze-Engel zur Kölner Antoniterkirche. Heute erinnert er an die Toten der beiden Weltkriege, an Verfolgung und Massenmord in der Nazizeit - ein monumentales Friedensmal in der Antoniterkirche mitten in der belebten Kölner City.
Vom mittelalterlichen Tafelbild bis zur Avantgarde, vom Barock bis Beuys: in jeweils vier Minuten die Meilensteine der Kunst und Architektur Nordrhein-Westfalens im Hochglanzformat. Die west.art Meisterwerke sind die Galerie im WDR Fernsehen, die Schatzsuche quer durch NRW auf den Spuren von künstlerischen und kulturgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten der Region.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Sonntag, den 15.01.2017 um 16:55 Uhr auf Phoenix.