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Menachem und Fred

Dokumentarfim Deutschland 2008 - Zum Auschwitz-Gedenktag am 27.01.
Donnerstag, 26.01.2017 01:05 Uhr
SR
Donnerstag
26.01.2017
01:05 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Menachem und Fred wurden als Manfred und Heinz Mayer in Hoffenheim bei Heidelberg geboren. 1940 wurden sie mit ihren Eltern und 6500 weiteren Juden nach Südfrankreich in das Konzentrationslager Gurs deportiert. Später kamen die Brüder in einem staatlichen französischen Waisenhaus unter, wurden von ihren Eltern getrennt, die sie nie wiedersehen sollten.
Der letzte Auftrag der Mutter an den damals zwölfjährigen Manfred war, sich um den drei Jahre jüngeren Bruder zu
kümmern. Nach dem Krieg entschieden sich die Brüder für völlig entgegengesetzte Lebenswege: Während Heinz als
Frederick Raymes in die USA emigrierte und seine jüdisch-deutsche Herkunft verleugnete, begann Manfred unter seinem hebräischen Namen Menachem ein national-religiöses Leben als orthodoxer Jude in Israel.
Über Jahrzehnte hatten die beiden keinen Kontakt - bis die Briefe, die ihnen die Eltern aus dem Lager ins Waisenhaus geschrieben hatten, und die Fred bei einem Umzug wiederentdeckte, sie wieder zusammenbrachten. Ihr Jugendfreund aus Hoffenheim, der spätere SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, dessen Vater als SA-Truppenführer mitschuldig war an der Deportation, hat ein Wiedersehen der Brüder samt ihrer Familien in Hoffenheim arrangiert und finanziert. Die Brüder Mayer sind inzwischen mit den Hopps befreundet.
Der 90-minütige Dokumentarfilm von Ofra Tevet und Ronit Kerstner begleitet Menachem und Fred auf ihrer Reise nach Deutschland, zeigt das erste Familientreffen nach fast 60 Jahren in Hoffenheim und begibt sich mit ihnen auf die Suche nach Spuren ihrer Vergangenheit in Frankreich und Polen.
Ein bewegender Film über eine außergewöhnliche Familiengeschichte, zwei völlig gegensätzliche Wege jüdischen Überlebens und eine späte Versöhnung.

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Donnerstag, den 26.01.2017 um 01:05 Uhr auf SR.