Das erste Auto - daran erinnert sich jeder. Und jeder kann seine eigene Geschichte davon erzählen. Ein Auto ist schließlich mehr als ein gekaufter Gegenstand. Kein anderes Produkt aus Blech, Glas und Gummi löst derartige Gefühle aus. Das eigene Auto ist ein Status-Symbol mit hoher emotionaler Kraft, der Schritt in die Unabhängigkeit, ins Erwachsenwerden. Bei Jens Klein ist es die Jugend-Liebe: ein alter Heckflossen-Mercedes, dem er immer noch treu ist. Dieses Auto musste er damals haben, da hatte er selbst noch keinen Führerschein.
Mit der Werbekauffrau Maria Lehmann, deren erstes Auto ein rechts gelenkter Käfer namens "Beatrice" war, leitet er heute den Schrauber-Stammtisch "Haubentaucher" der Heckflossenfreunde Stuttgart. Bei dem 72-jährigen Fotokaufmann Roland Wolf war es Besitzerstolz: ein gebrauchter Käfer, Baujahr 1955, vom ersten selbst verdienten Geld. Jahre später hat er sich einen Traum erfüllt: ein roter Porsche wurde zu seiner Leidenschaft.
Alternativ dazu stehen Nutzer des Ulmer Car2go Modells: Sie teilen die Autos mit anderen, haben gar kein eigenes mehr - die moderne Form der urbanen Mobilität. Gerade bei Jüngeren gibt es den Trend: vom Besitzen zum Nutzen, der Stellenwert des eigenen Autos schwindet.
Die Geschichten rund ums Auto erzählen gleichzeitig eine Erfolgsgeschichte: In Baden-Württemberg erfunden, hat das Auto wie kaum etwas anderes das Leben, das Land und die Landschaft verändert - ein Massenprodukt der Mobilität. Und doch ist es - ganz individuell - immer noch das Objekt liebevoller Begierde.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 21.01.2017 um 19:15 Uhr auf SWR.