Aufgrund von Knochenfunden geht man heute davon aus, dass das Pferd sich ursprünglich vom amerikanischen Kontinent aus über eine Landbrücke von Alaska nach Zentralasien, in den Vorderen Orient, nach Nordafrika und Europa ausbreitete. Doch in Amerika starb es etwa 8.000 Jahre vor Christus aus noch unbekannten Ursachen aus. Erst die spanischen Eroberer brachten im 16. Jahrhundert Pferde im Bauch des Schiffes von Hernando Cortez auf den amerikanischen Kontinent zurück. Der Spanier Hernando Cortez besiegte mit einem kleinen Heer und seinen 15 Reitern das Reich der Azteken, raubte deren Goldschätze und gründete eine Kolonie. "Neben Gott haben wir unseren Sieg den Pferden zu verdanken" schrieb Cortez seinem Kaiser.
Die Konquistadoren brachten weitere Pferde ins Land. Entlaufene Hengste und Stuten konnten sich in freier Wildbahn dank ihres hochentwickelten Sozialsystems, ihres Fluchtinstinkts und ihrer Lernfähigkeit sowohl gegen die harten Umweltbedingungen als auch gegen Raubtiere durchsetzen und sich zu einer zähen Rasse entwickeln, den Mustangs. Von da an fand die amerikanische Geschichte auf dem Rücken der Pferde statt. In kürzester Zeit wurden die Indianer Nordamerikas vom nomadischen Fußvolk zum geschickten Reitervolk. Auch die neuen Siedler aus Europa gründeten ihre Existenz auf die vielseitigen Fähigkeiten der Pferde. Der Pony Express, die Postkutsche, der Cowboy, der Siedlertreck nach Westen - all das wäre ohne Pferde undenkbar gewesen.
Der Film porträtiert unter anderem einen indianischen Pferdeflüsterer und zeigt die Arbeit eines passionierten Pferdezüchters. Außerdem begleitet das Kamerateam einen sogenannten Genjäger. Er versucht, den Gencode der amerikanischen Wildpferde bis zu ihren spanischen Vorfahren zurückzuverfolgen.
Der Mensch griff seit jeher in die Welt der Tiere ein. Doch auch Tiere schrieben an unserer Geschichte mit: Da wäre zum Beispiel der Seeotter. Wegen seines begehrten Fells wurde Alaska von Russland besiedelt und das Tier fast bis zur Ausrottung gejagt. Oder das Pferd: Mit nur 15 Reitern konnte der Eroberer Hernán Cortés das Aztekenreich einnehmen. Und wer hätte gewusst, dass der Wal früher nicht nur als Nahrungsmittel diente, sondern auch den begehrten Rohstoff für Seife, Cremes und Lippenstifte lieferte? Selbst die Walbarten fanden Verwendung als Korsettstangen. Ob Pferd, Wal oder Taube - bei vielen kulturgeschichtlichen und geopolitischen Umwälzungen waren Tiere federführend. Die Dokumentationsreihe stellt insgesamt sechs Tiere vor, die, jedes auf seine Weise, den Lauf der Weltgeschichte mitgeprägt haben.
Ein Film von Heinz von Matthey und Volker Arzt
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 06.01.2017 um 14:15 Uhr auf Phoenix.