Ganz gleich, was die Bundeswehr für ihre Soldaten will: Heckler & Koch baut es, seit Jahrzehnten gilt die Waffenschmiede aus Oberndorf als Haus- und Hoflieferant der Bundeswehr. Doch das Spitzenprodukt von Heckler & Koch, das G36-Gewehr, erwies sich laut Verteidigungsministerium als Fehlkonstruktion. Einer glaubt das schon seit langem zu wissen: der Beamte und Waffenexperte Dieter Jungbluth.
Über Jahre entdeckt der Waffenprüfer Jungbluth immer wieder Mängel an vielen unterschiedlichen Waffen der Firma Heckler & Koch. Über Jahre meldet er diese Mängel seinen Vorgesetzten im Verteidigungsministerium. Doch für viele ist er einer, der nervt, ein Erbsenzähler. Schritt für Schritt wird er kaltgestellt, muss sich von einem Psychologen untersuchen lassen. Dann verliert er seinen Job und muss vor Gericht um sein Gehalt kämpfen. Seine Karriere beim Militär ist beendet, und auch andere Störenfriede bekommen Probleme im Ministerium.
Die Doku zeigt am Beispiel von Dieter Jungbluth, wie der schwäbische Waffenbauer alles daran setzt, kritische Expertisen zu vermeiden und dabei bis ins Verteidigungsministerium hinein willige Helfer hat. Besonders brisant: Ausgerechnet in der Ministeriums-Abteilung, die gegen interne Korruption vorgehen soll, versandeten kritische Gutachten.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wollte die Vergabepraxis von Rüstungsprojekten transparenter und effektiver machen. Ob sie gegen die Heckler und Koch-Connection im eigenen Haus eine Chance hat, danach fragt diese Dokumentation.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 06.01.2017 um 08:15 Uhr auf Phoenix.