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Die Frauen der Wikinger

Jovas Erbe und der Untergang Haithabus
Mittwoch, 11.01.2017 00:45 Uhr
NDR
Mittwoch
11.01.2017
00:45 Uhr
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Bildquelle: ARD-Pressebild
Bildquelle: ARD-Pressebild

Dänemark im Jahr 1064. Jova (gespielt von Leonie Benesch) lebt als Dienerin im Haushalt des Kaufmanns Ottar (Fritz Roth), der in Haithabu seine Geschäfte macht. Als sie eines Tages erfährt, dass ihr Vater (Reiner Schöne) ein angesehener Krieger war, der kurz nach ihrer Geburt in den Osten aufbrach und nicht zurück kehrte, kennt Jova nur noch ein Ziel: Sie will ihren Vater finden. Sie flieht aus dem Haus Ottars und heuert als Mann verkleidet auf einem Schiff an, das ins Land der Rus reist.
Die Geschichte von Jova führt die Zuschauer tief in eine sich elementar verändernde Wikinger-Gesellschaft. Haithabu, eines der wichtigsten Handelszentren der Wikinger, ist eng vernetzt mit den zahlreichen Handelsplätzen rund um die Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Durch den ausgiebigen Handel mit anderen Völkern tritt auch das Christentum verstärkt ins Leben der Wikinger. Insbesondere unter den Königen, den Händlern und den Frauen findet der neue Glaube viele Anhänger. In dieser Zeit wachsen starke Königreiche aus den Wikinger-Fürstentümern. Die Christianisierung und die entstehenden Königreiche sind Fluch und Segen zugleich - und läuten den Untergang der Wikingerkultur ein.
"All diese barbarischen Völker, die auf entlegenen Inseln den eisigen Ozean bewohnen, die dort leben wie wilde Tiere - wer könnte sie Christen nennen?", fragte sich noch im 11. Jahrhundert Papst Urban II. Ein Wikingerbild, das sich heute mehr und mehr als Klischee entpuppt. Tatsächlich sind nie mehr als fünf Prozent der skandinavischen Bevölkerung auf "Viking", also Raubzug, gegangen. Die Mehrheit der Menschen ist zu Hause geblieben - eine zivile Welt, in der Hof und Familie im Mittelpunkt standen. Mit starken, selbstbewussten "Husfreyas", die daheim das Kommando hatten.
Im tradierten Bild von der Wikingergesellschaft dominieren die Männer. Erst ein wissenschaftlicher Perspektivwechsel zeigt: In Wahrheit spielten die Frauen der Oberschicht eine gleichberechtigte, durchaus entscheidende Rolle in der Wikingerkultur, sie vollbrachten außerordentliche Taten: Wikingerfrauen kommandierten Schiffe und besiedelten Kolonien, sie griffen zu den Waffen und verhandelten mit Kaisern. Heute lassen sich Spuren von Wikingerfrauen von Amerika bis Kiew nachweisen. Ohne ihre Biografien bleibt die Geschichte der Wikingerzeit unvollständig.
Das zweiteilige Doku-Drama "Die Frauen der Wikinger" erzählt die Schicksale zweier Frauen: Sigrun und Jova. Die beiden Charaktere wurden auf Grundlage von Figuren aus den nordischen Sagas entwickelt, die bis heute eine der wenigen schriftlichen Quellen zum Alltag der Wikinger sind.
Dem Fernseh-Publikum offenbart sich ein ganz neues, authentisches Bild einer kultivierten, friedfertigen Wikingergesellschaft - wie sie so noch nie zu sehen war.

Buch: Alexander Hogh\nRegie: Kai Christiansen, Judith Voelker, Yoav Parish\n

Textquelle: Presseportal

Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 11.01.2017 um 00:45 Uhr auf NDR.