Hoch über seiner Ostflanke ragt ein Denkmal auf, dessen Mythos noch größer ist als es selbst. Gewidmet wurde es Wilhelm I., gebaut aus dem Sandstein der darunter liegenden Berge und auf den Mauern der alten Reichsburg Kyffhäuser. Sie gehörte einst Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Es geht die Legende, dass er seit 800 Jahren im Berg schläft und darauf wartet, Deutschland wieder in bessere Zeiten zu führen.
Nach Süden geht es wie auf einer Rampe langsam abwärts. Dabei ist es der flache Südrand, an dem die Legende vom Kaiser im Berge ihren Ursprung findet. Hier, im weißen Kalk- und Gipsgestein, wurde 1865 die Höhle entdeckt, in der Barbarossa warten soll. Und es ist nicht die einzige. Über Jahrmillionen löst das Wasser die Mineralien aus dem Berg. Es entstehen Hohlräume. Wenn sie einbrechen, schaffen sie vor den Bergen Senken und kleine Naturparadiese. Nicht nur für Pflanzen und Tiere sondern auch für den Menschen. Hier ist eines der ältesten Siedlungsgebiete in Deutschland. Seit jeher zog es die Menschen wohl auch hinauf und ließ sie irgendwann die Eingänge zu den geheimnisvollen Höhlen entdecken.
Geheimnisvolle Höhlen am Kyffhäuser
Im Kyffhäusergebirge sind derzeit etwa 60 Höhlen bekannt. Sehr geheimnisvoll ist das Höhlensystem im Naturschutzgebiet Kosackenberg. Bei archäologischen Ausgrabungen wurde eine Vielzahl wertvoller Funde geborgen, die für Aufsehen sorgten und darauf schließen lassen, dass diese Höhlen in der Vergangenheit als bedeutende Kultstätte genutzt wurden.
Diethard Walter ist Archäologe am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Thüringen. Die Höhlen am Kosackenberg beschäftigen ihn schon seit vielen Jahren. Denn noch haben sie ihr letztes Geheimnis nicht preisgegeben. Bereits in der Steinzeit und später in der Bronzezeit kamen unsere Vorfahren hierher. Nicht zum Wohnen, aber zu besonderen Anlässen. Schon lange gab es Gerüchte um die Höhlen am Kyffhäuser. Man blieb lieber fern. Ohnehin waren die meisten Zugänge verschüttet. Bis einer der Vorgänger von Diethard Walter der Sache auf den Grund gehen wollte. Anfang der 1950er-Jahre begannen die Ausgrabungen. Bald traten grausige Funde zutage.
Der Kampf um den Auerhahn im Thüringer Wald
Südlich von Harz und Kyffhäuser erstreckt sich ein weites, flaches Land. Das Thüringer Becken. Während die Gebirge ringsum aufstiegen, senkte es sich zwischen ihnen als Tiefland ab. Ganz an seinem Westende erhebt sich Deutschlands berühmteste und geschichtsträchtigste Burg. Die Wartburg. Hinter ihr erhebt sich der Thüringer Wald. Für einige der ältesten Ureinwohner des Thüringer Waldes ist der Lebensraum in den vergangenen Jahrzehnten immer enger und bedrohter geworden.
Seit 2012 kümmert sich die Forstwissenschaftlerin Luise Stephani deshalb um ihr Überleben. Es sind Auerhühner, nach denen sie Ausschau hält. Früher waren sie überall im Thüringer Wald zu finden. 1970 gab es noch dreihundert. Inzwischen ist ihr Bestand auf weniger als 20 Exemplare geschrumpft. Ohne Hilfe würden Thüringens größte Waldvögel aussterben. Luise Stephani sucht geeignete Lebensräume für Jungtiere, die ausgewildert werden sollen. Ein "Traum-Wald" für Auerhühner muss besondere Anforderungen erfüllen.
Abgeschieden im Wald der Uhlstädter Heide bei Rudolstadt befindet sich die Aufzuchtstation. Nur der Zuchthahn, ein Import aus Polen, traut sich ans Licht der Öffentlichkeit. Auerhühner sind sehr sensible Wesen. Das Land Thüringen setzt große Hoffnungen in das Projekt. Fünftausend Hektar Wald sind als Schutzzonen für die Vögel reserviert. Luise Stephani ist bemüht, dass die ganze Aufzucht möglichst naturnah erfolgt.
Film von Hans-Michael Marten
Die Sendung wird ausgestrahlt am Montag, den 09.01.2017 um 16:30 Uhr auf Phoenix.