Es ist zumeist nur eine Trennung auf Zeit. Wer kurzfristig Geld braucht und ein Faustpfand besitzt, findet im Pfandhaus eine Alternative zur Bank. Zehn Minuten, keine Fragen, vier Monate Einlösefrist, schätzen und versetzen - so funktioniert die Pfandleihe. Vier große kommunale Leihhäuser gibt es noch in Deutschland. Das Städtische Leihamt Mannheim als größte kommunale Einrichtung wird demnächst sogar 200 Jahre alt. Gegründet wurden sie, um dem damals wucherischen Treiben der privaten Pfandleiher entgegenzuwirken und "der bedürftigen Volksklasse zu dienen".
Diesen Zweck erfüllen die städtischen Leihhäuser noch immer: Es kommen sozial schwache Kunden, die schnell Geld brauchen und bei Banken kaum eine Chance hätten. Es kommen kleine Selbstständige, die mangelnde Liquidität mit dem Verleih von Wertgegenständen vorübergehend ausgleichen. So gesehen ist ein Leihhaus ein Spiegel der sozialen Verhältnisse in der Großstadt. Im privaten Pfandleihhaus Germann in Stuttgart, das bereits 1882 gegründet wurde, hingegen sieht es eher wie im Schmuckgeschäft aus. Dort geht inzwischen eher eine ausländische Kundschaft ein und aus.
Pfandhäuser sind zugleich ein Ort für Schnäppchenjäger, sei es im angegliederten Verkauf oder bei den Versteigerungen. Und seit neuestem funktioniert das Verleihen ebenso mit Autos. Doch vor allem hier ist Diskretion ganz wichtig.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Freitag, den 30.12.2016 um 09:30 Uhr auf tagesschau24.