Viele Deutsche zieht es im Urlaub in Länder wie Spanien, Griechenland, die Türkei und Portugal. Manche kaufen sich sogar ein Haus und ziehen dort hin. Ob Urlauber oder Neubürger – viele sind schockiert über den Umgang mit Tieren, den Anblick verwahrloster Straßentiere und die Berichte von sogenannten Tötungsstationen, in denen herrenlosen Tiere nach einer Frist eingeschläfert werden. In ihrem Bemühen den Tieren zu helfen, errichten viele im Ausland lebende Deutsche private Tierheime, die schnell übervoll sind. Da es im Gastland kaum gelingt, Tiere zu vermittelt, kooperieren die Tierschützer im Ausland oft mit Vereinen in Deutschland, um den Hunden und Katzen eine Chance auf ein Zuhause zu geben, die sie sonst nicht hätten.
Auch Evelyn Schmidt-Bartold hatte nicht geplant, ein Tierheim zu betreiben, das ihr täglich 12 bis 13 Stunden Arbeit abverlangt. 2009 kauft die Deutsche eine alte Farm im Alentejo, einem malerischen Landstrich im Süden Portugals. Eigentlich wollte die ehemalige Krankenschwester ein bisschen gärtnern und in Ruhe alt werden. Doch dann sah sie das Tierelend um sich herum. Verwahrloste Esel, die keiner mehr wollte, herrenlose Hunde, die halbverhungert durch die Gegend irrten oder Jagdhunde, die in Verschlägen vor sich hinvegetierten und die, zu alt oder krank für die Jagd, sicher erschossen worden wären. Mittlerweile versorgt die Deutsche rund 50 Hunde mithilfe junger, freiwilliger Helfer aus Deutschland, die jeweils ein paar Wochen bleiben. Zuschüsse von der Gemeinde bekommt sie nicht. Sie finanziert alles mit Erspartem und gelegentlichen Spenden – Geld ist immer knapp.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Mittwoch, den 28.12.2016 um 06:50 Uhr auf WDR.