Oliver Debus liebt die Vielstimmigkeit von Chören - deswegen leitet er gleich mehrere. Sein Herzensprojekt ist der thüringische "Gospelrockchor". Den begleitet er seit seiner Gründung vor 20 Jahren und schwärmt von der starken Performance: Gute Sänger und Sängerinnen, die einander auch freundschaftlich verbunden sind, und ein breites Spektrum christlichen Glaubens, in dem sich der Chorleiter auch spirituell zuhause fühlt. Warmherzig und kraftvoll geht es hier zu, auch bei ihrer Adventsprobe, eine Mischung zwischen Üben und Weihnachtsfeier.
Oliver Debus, 41 Jahre alt, hat Jazzgesang in Weimar studiert. Gedanken über eine mögliche Brotlosigkeit seiner Kunst hat er sich nie gemacht, weil ihm schnell klar war, dass er Lehrer werden will. Dahinein legt er nun die meiste Kraft, hin und wieder zu viel, erzählt er schmunzelnd.
Sein Vater war Kommunist und überzeugtes SED-Mitglied. Es passte nicht ins Bild, dass der Sohn mit sechs Jahren ein spirituelles Erlebnis in der Kirche hatte und seither an Gott glaubte. Für Familie und Schule musste sich Oliver Debus deshalb starke Konzepte von Moral und Glauben zurechtlegen, um argumentieren zu können. Später stellten sich diese als zu starr für seine Lebensweise heraus. Er fand zu einem philosophischen, von Toleranz geprägten Glaubensansatz.
Die Sendung wird ausgestrahlt am Samstag, den 24.12.2016 um 08:10 Uhr auf MDR.